Amazonas-Abholzung auf Zehn-Jahres-Hoch

Seit einem Jahrzehnt wurde nicht mehr so viel Wald im brasilianischen Amazonasgebiet vernichtet wie zuletzt: Auf einer Fläche, die einer Million Fußballfelder entspricht, wurden Bäume abgeholzt.

Zwischen August 2017 und Juli 2018 wurden insgesamt 7900 Quadratkilometer Amazonas-Wald abgeholzt, wie die brasilianische Regierung bestätigte. Das sind gut 13 Prozent mehr als im Erhebungszeitraum davor. Seit 2008, als 12.900 Quadratkilometer gerodet wurden, lagen die Zahlen stets deutlich niedriger.

Natur und Umwelt | 31.10.2018

Raubbau an der Natur

"Die Zahlen der Zerstörung waren ja schon hoch und inakzeptabel, aber jetzt wurden sie noch einmal schlimmer", erklärte Marcio Astrini von der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Die Schuld liege bei den Politikern in der Hauptstadt Brasilia. "Das Machtzentrum begünstigt die Umweltvergehen in den Weiten Amazoniens." Allein im vergangenen Jahr habe Brasilien 1,2 Milliarden Bäume verloren. Die Zerstörung entspreche einer Fläche von einer Million Fußballfeldern.

Umweltminister Edson Duarte machte auch eine "gestiegene organisierte Kriminalität" für das Zehn-Jahres-Hoch verantwortlich. Brasilien müsse den Kampf gegen Umweltverstöße ausweiten und die nachhaltige Entwicklung des Bioms schützen, betonte Duarte.

Zudem habe der für den Export günstige Kursverfall des Real gegenüber dem Dollar den Bedarf der Landwirtschaft nach neuen Produktionsflächen gesteigert, räumt die Regierung in Brasilia ein. Die meisten Bäume wurden in den Bundesstaaten Pará und Mato Grosso gerodet. In Mato Grosso wird ein Großteil des Getreides in dem südamerikanischen Land angebaut.

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Düstere Aussichten

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wa/stu (kna, rtr)

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