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Peinliche Nummer

Marius Wiggenhauser15. Januar 2008

Bei den diesjährigen Golden Globe Awards war von Glamour und rotem Teppich nichts zu sehen. Anstatt einer Gala mit Hollywoodstars glich die Preisverleihung einer trockenen Pressekonferenz im Power Point Stil.

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Bild: DW

Es klang schon sehr ironisch, als sich "Access Hollywood" Moderatorin Shaun Robinson nach zwei Minuten auf eine "sehr aufregende Nacht" freute. Wem die Preisverleihung ohne Stars noch nicht langweilig genug war, der konnte das ganze auf CNN mit einem Live-Kommentar von TV-Dino Larry King verfolgen. Selbst das Fernsehurgestein versagte bei dem Versuch mit Kommentaren wie "keine Überraschung" oder "macht keinen Sinn" aus der Trauerfeier ein Fest zu machen.

Los Angeles Times: "Global Disaster"

Auslöser für das "Global Disaster", wie die Los Angeles Times titelte, war der noch immer andauernde Streik der Drehbuch-Autoren. Seit November verlangen die kreativen Köpfe Hollywoods mehr Geld für die Verwertung von Filmen im TV und auf DVD. Nicht nur bekannte Latenight Shows von Jay Leno und Conan O’Brian mussten schon pausieren, auch beliebte Serien wie "Prison Break" oder "Monk" waren betroffen.

Selbst für Award-Shows wie die "Golden Globes" braucht es Drehbuchautoren, die sich den Ablauf der Show ausdenken, Reden und Gags schreiben. In Solidarität mit der streikenden "Writers Guild of America" (WGA) blieben die Stars der Veranstaltung im Beverly Hilton Hotel fern. Das ist in einem kaum gewerkschaftlich organisierten Land wie den USA eine echte Überraschung.

Schnelldurchgang mit Power Point

Die Gewinner der Preise wurden von den Moderatoren im Schnelldurchgang bei einer Power Point Präsentation verlesen. Unter anderem wurde zum besten Kinodrama der britische Film "Abbitte" gewählt. Tim Burton’s "Sweeney Todd" erhielt den Preis für das beste Musical, Hauptdarsteller Johnny Depp für den besten Schauspieler. Beste Schauspieler in einem Drama wurden Julie Christie und Daniel-Day-Lewis.

Das einzig Positive für den Zuschauer war, dass die wohl langweiligste Hollywood-Show aller Zeiten schon nach einer halben Stunde vorbei war. Dann waren alle 25 Film- und Fernsehpreise verlesen. Wem selbst das zu lange war, der hatte schon längst weg gezappt.