Atomkraftwerk Fessenheim wird 2020 abgeschaltet

Das umstrittene Atomkraftwerk Fessenheim im Elsass unweit der Grenze zu Deutschland soll im Sommer 2020 endgültig geschlossen werden. Das teilte der französische Präsident Macron in Paris mit.

Frankreich hatte die Schließung der Anlage in Fessenheim bereits beschlossen, aber bisher noch keinen konkreten Termin zur Abschaltung genannt. Bis zum Ende seiner Amtszeit im Jahr 2022 werde es aber keine weitere Abschaltungen von Reaktoren geben, betonte Emmanuel Macron. In einer schon länger erwarteten Rede machte Macron klar, dass das Land nicht komplett auf Atomenergie verzichten werde.

Der Präsident kündigte die Stilllegung des ältesten Atomkraftwerks des Landes in Fessenheim am Oberrhein bei der Vorstellung eines Zehnjahres-Plans zur Energiewende in Paris an. Deutschland verlangt bereits seit Jahren die Abschaltung des pannenanfälligen Kraftwerks mit zwei Reaktoren nahe Freiburg im Breisgau, das seit mehr als 40 Jahren am Netz ist.

Fessenheim ist nach Angaben von Atomkraftgegnern eine der unsichersten Nuklear-Anlagen in Europa. Ihre Abschaltung soll einen Teilausstieg Frankreichs aus der Atomkraft einläuten: Bis zum Jahr 2035 soll nach Macrons Willen fast jeder vierte Atomreaktor im Land abgeschaltet werden. Betroffen wären 14 von derzeit 58 Reaktoren. Damit will Frankreich den Atom-Anteil an der Stromproduktion auf rund 50 Prozent senken. Macron hatte im Wahlkampf noch versprochen, dieses Ziel bereits 2025 zu erreichen, also zehn Jahre früher als nun geplant. Frankreich gilt als "Atomland": Mehr als 70 Prozent der französischen Stromproduktion kommen aus der Kernkraft.

Macron unterstrich das Ziel, die Zahl der Elektrizitätsverbindungen mit den Nachbarländern auszubauen, um die Energieversorgung zu stärken und die Preise zu begrenzen.

Politik | 28.08.2018

kle/fab (dpa, afp, rtre)

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