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Auto-Pläne in Mexiko trotz Drohungen

9. Januar 2017

Volkswagen und BMW geben sich standhaft. Sie wollen trotz Drohungen von Trump an ihren Plänen, in Mexiko zu investieren, festhalten. Nicht alle Hersteller bleiben so gelassen.

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Mexiko Ford-Fabrik in Cuautitlan
Bild: picture-alliance/dpa/A. Cruz

Volkswagen will trotz der Drohungen des designierten US-Präsidenten Donald Trump an seiner Produktion in Mexiko festhalten. Mexiko sei für den Konzern ein großer Markt, sagte VW-Markenvorstand Herbert Diess am Sonntag am Rande der Automesse in Detroit. Im mexikanischen Puebla laufen die Modelle Jetta und Golf MK7 vom Band.

In den USA sei Volkswagen "gut positioniert", sagte Diess weiter. Der Konzern habe stark in das Werk in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee investiert, wo rund 3200 Menschen beschäftigt sind und der Passat gebaut wird. Das Werk sei eins der modernsten im Land und könnte noch erweitert werden. Volkswagen werde in den USA künftig auch Elektroautos produzieren, sagte Diess. Über den Standort werde Anfang 2018 entschieden. 

BMW bleibt bei Plänen

Gegenüber der BBC hieß es von BMW, man halte an den Plänen, ein neues Werk für eine Milliarde US-Dollar in Mexiko zu bauen, fest. In dem neuen Werk in San Luis Potosi würde BMW die 3er Serie für den Verkauf in Nordamerika produzieren, so Vertriebsvorstand Ian Robertson. Zudem würde BMW eine Milliarde  US-Dollar in South Carolina investieren und er wies darauf hin, dass BMW gemessen am Wert der Exporte der größter Autoexporteur in den USA sei. "Ich glaube nicht, dass es Diskussionen darüber gibt, ob BMW in den USA zu Hause ist", so Robertson. "Wir bauen ein Werk in Mexiko, wir haben im vergangenen Jahr eines in Brasilien gebaut und wir bauen Werke in anderen Ländern." Das seien normale strategische Entscheidungen, sagte Robertson.

Infografik Autoindustrie Mexiko DEUTSCH

Andere Hersteller knicken ein

Trump tritt am 20. Januar sein Amt als US-Präsident an. Er hatte schon in seinem Wahlkampf wiederholt massiven Druck auf US-Unternehmen angekündigt, die Arbeitsplätze ins Ausland verlagern. Trump hatte große Autobauer wie General Motors und Toyota zuletzt heftig für die Produktion im Niedriglohnland Mexiko kritisiert und mit hohen Strafzöllen von bis zu 35 Prozent gedroht. Dabei griff er unter anderem den zweitgrößte US-Autobauer Ford an.

Am vergangenen Dienstag hatte Ford angekündigt, 700 Millionen Dollar in eine bestehende US-Fabrik in Michigan zu investieren und so rund 700 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Zugleich wurden Pläne für ein 1,6 Milliarden US-Dollar teures Werk in Mexiko gestrichen. Ford-Chef Mark Fields stritt jedoch ab, damit dem Druck Trumps nachgegeben zu haben. Ausschlaggebend seien wirtschaftliche Faktoren gewesen.

Pläne von Fiat Chrysler

Am Sonntag hieß es vom Autokonzern Fiat Chrysler, man wolle in großem Stil in die US-Traditionsmarke Jeep investieren und so bis 2020 rund 2000 Jobs in den Vereinigten Staaten schaffen. Das italienisch-amerikanische Unternehmen kündigte an, eine Milliarde US-Dollar (950 Mio Euro) in zwei Werke in den US-Bundesstaaten Michigan und Ohio zu stecken.

Fiat Chrysler erklärte am Vorabend der wichtigsten US-Automesse in Detroit, man wolle mit der Investitions-Offensive unter anderem den Jeep Wagoneer wiederbeleben - einen Klassiker, dessen Produktion 1991 eingestellt worden war. Der Ausbau der Fabriken in Warren, (Michigan) und Toledo (Ohio) soll die Produktion zweier neuer SUV und bislang in Mexiko gefertigter Pick-up-Trucks der Marke Ram ermöglichen.

Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne betonte jedoch, dass der Schritt schon länger diskutiert worden sei. Bereits im Juli 2016 hatte der Konzern andere US-Investitionen im Wert von über 2,5 Milliarden US-Dollar angekündigt. Die Umrüstungen der US-Fabriken sind Teil einer großangelegten Umstrukturierung, die bereits nach der Insolvenz im Zuge der Finanzkrise 2009 beschlossen worden war.

Auch dem japanischen Autobauer Toyota hat Trump mit Strafzöllen gedroht, sollte der Konzern seine Pläne für den Bau einer neuen Fabrik in Mexiko nicht aufgeben. Die japanische Regierung sah sich darauf hin genötigt, Partei für Toyota zu ergreifen.

iw/ul (afp, dpa, BBC)