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Bartsch unterliegt im Linken-Machtkampf

Julia Elvers-Guyot15. Januar 2010

Linken-Parteichef Lafontaine hat sich im Führungsstreit der Partei durchgesetzt. Der zuletzt unter starken Druck geratene Geschäftsführer Bartsch kündigte an, er werde im Mai beim Parteitag nicht wieder kandidieren.

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Dietmar Bartsch (Foto: AP)
Tritt nicht mehr an: Linken-Geschäftsführer BartschBild: AP

"Über mich wurden Lügen verbreitet, gegen mich wurden inakzeptable Vorwürfe in zum Teil extrem kulturloser Weise erhoben", teilte Dietmar Bartsch am Freitag (15.01.2010) schriftlich mit. Den von Fraktionschef Gregor Gysi erhobenen Vorwurf der Illoyalität gegenüber Lafontaine wies Bartsch dabei noch einmal entschieden zurück: "Ich möchte den Weg frei machen - weg von der Personaldebatte, hin zur Politik."

Oskar Lafontaine (l.) und Gregor Gysi (Foto: AP)
Parteichef Lafontaine (l.), hier mit Fraktionschef GysiBild: AP

Offen bleibt damit allerdings, ob der 51-jährige Bartsch sich beim Parteitag im Mai in Rostock für einen anderen Posten bewerben will. Da auch die Zukunft des an Krebs erkrankten Parteichefs Oskar Lafontaine weiter unklar ist, drohen der Linken vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen weitere Führungsdiskussionen.

Auf realpolitischen Kurs trimmen

Das Verhältnis von Bartsch und Lafontaine gilt als zerrüttet: Der Ostdeutsche will die Partei auf einen realpolitischen Kurs trimmen, während der Saarländer Lafontaine oft für einen harten Oppositionskurs eintritt.

Die Wahlerfolge der Linkspartei gelten als eng mit dem Namen Dietmar Bartsch verknüpft. Als Bundesgeschäftsführer organisierte der gebürtige Stralsunder die Wahlkämpfe und machte sich bei der Fusion der ostdeutschen PDS und der westdeutschen WASG zur Partei Die Linke verdient. Dies führte dazu, dass er vor allem in den ostdeutschen Landesverbänden auch als Kandidat für den Parteivorsitz gehandelt wurde.

Autor: Gerd Winkelmann (apn, dpa, rtr)
Redaktion: Julia Elvers-Guyot