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Politik

Beten für den Brexit

24. Februar 2019

Ist der Brexit noch zu retten? Der Erzbischof von Canterbury fordert seine Kirchenmitglieder auf, für den Brexit an mindestens fünf Tagen zu beten. Aber das Leben ginge auch weiter, so oder so.

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Symbolbild Beten
Bild: picture-alliance/AP Photo/J. Trujillo

Die Kirche von England ruft ihre Mitglieder zu fünf Gebetstagen als Vorbereitung auf den Brexit auf. Die Gemeinden sollten für das Land beten, wenn sich Großbritannien dem Austrittstermin aus der Europäischen Union am 29. März nähert, sagte Erzbischof Justin Welby laut britischen Medien. Demnach will der Primas der Anglikanischen Kirche am Tag nach dem Brexit ein öffentliches Gebet mit den leitenden Geistlichen der Katholiken, Methodisten, Baptisten und Reformierten halten, hieß es.

"Das Leben wird weitergehen, und Gottes Mission wird nicht durch solche Ereignisse gestoppt", ermutigte Welby. Doch der Brexit habe gezeigt, "dass unsere Politik und Gesellschaft seit Jahrzehnten dem Gemeinwohl in einer Gesellschaft, in der jeder gedeihen kann, nicht genügend Beachtung geschenkt hat".

Großbritannien Erzbischof von Canterbury Justin Welby in London
Erzbischof von Canterbury Justin WelbyBild: Getty Images/B. Pruchnie

"Gesellschaft vor Spaltung"

Die Menschen sollten für alle beten, "die hohe Positionen einnehmen", so Welby weiter. Es sei einfacher, am Rande zu stehen und zu urteilen, wenn man die Entscheidungen nicht selber treffen müsse, sagte der Erzbischof von Canterbury. "Heute sehen wir Zeichen der Spaltung, vielleicht deutlicher als für Generationen in Friedenszeiten." Ungleichheit und fehlende soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit nähmen vielen die Hoffnung.

Die Menschen seien aufgerufen, sich in Großbritannien und in ganz Europa der Herausforderung zu stellen, wo die Kirche besonders betroffen sei. "Der Schmerz und die Ausgrenzung dauern in diesem Land an", so der Erzbischof. "Wenn wir als Nation nicht aufpassen, wird dies zu größerer Spaltung führen."

May verspricht Abstimmung über Brexit-Vertrag bis zum 12. März

Großbritannien will am 29. März die Europäische Union verlassen. Premierministerin Theresa May will das Parlament bis spätestens zum 12. März über ihren umstrittenen Brexit-Plan abstimmen lassen. Auf dem Weg nach Ägypten zu dem Gipfeltreffen zwischen der Arabischen Liga und der EU erklärte May, diese Woche werde keine Abstimmung über den Vertrag im Parlament beantragt. Ursprünglich war ein Votum für kommenden Mittwoch erwogen worden. "Es ist weiterhin unser Ziel, die Europäische Union mit einem Vertrag am 29. März zu verlassen", betonte sie vor den mitreisenden Journalisten.

Die oppositionelle Labour-Partei kritisierte die Verschiebung der Abstimmung umgehend als leichtsinnigen Versuch, die Abgeordneten zu zwingen, sich zwischen Mays Abkommen und einem No-Brexit-Deal zu entscheiden. Das sei hochgradig unverantwortlich, sagte Brexit-Sprecher Keir Starmer. Kritiker werfen May schon länger vor, im Streit um den EU-Austritt auf Zeit zu spielen.

as/qu (kna, dpa, rtr)