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Politik

Brief von Albert Einstein versteigert

14. November 2018

Bereits 1922 machte sich Nobelpreisträger Albert Einstein Sorgen über den wachsenden Antisemitismus in Deutschland. Das belegt ein Brief an seine Schwester Maja, der jetzt in Israel versteigert wurde.

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Brief von Albert Einstein in Jerusalem versteigert
Bild: Reuters/R. Zvulun

"Hier sind wirtschaftlich und politisch düstere Zeiten im Anzuge", schrieb Albert Einstein in dem rund eineinhalb Seiten langen Brief auf Deutsch. "Mach Dir keine Sorgen um mich, ich habe selbst auch keine Angst, wenn es auch nicht ganz koscher ist, die Menschen sind eben aus dem Häuschen."

Dieses Schreiben des Physikers brachte bei einer Auktion in Jerusalem umgerechnet knapp 28.400 Euro ein, wie das Auktionshaus Kedem mitteilte. Es geht davon aus, dass Einstein den Brief in Kiel schrieb, bevor er zu Vorträgen nach Asien aufbrach. "Mir ist es recht wohl, trotz allen Antisemiten unter den deutschen Kollegen", schrieb der Wissenschaftler. "Hier draussen weiss niemand wer ich bin, und ich gelte als vermisst."

Albert Einstein
Albert Einstein im Jahr 1947Bild: Imago/UIG

Meron Eren, Miteigentümer des Kedem-Auktionshauses, sagte: "Dieser Brief zeigt uns die Gedanken, die Einstein in einem sehr frühen Stadium des Nazi-Terrors durch den Kopf und das Herz gingen." Einstein wurde in Ulm geboren und erhielt 1921 den Nobelpreis in Physik. 1933 musste er als Jude vor den Nazis in die USA fliehen.

Unbekannter Käufer 

Über den Käufer des Briefes wurde zunächst nichts bekannt. Auch der Verkäufer wurde nicht genannt. Die Auktion hatte mit einem Mindestgebot von umgerechnet rund 10.700 Euro begonnen. Eine handschriftliche Notiz Albert Einsteins hatte im vergangenen Jahr bei einer Versteigerung in Jerusalem 1,56 Millionen Dollar (rund 1,3 Millionen Euro) eingebracht. Zuvor waren acht Briefe Einsteins für insgesamt rund 190.000 Euro versteigert worden.

Einstein hatte in den Jahren nach der Staatsgründung 1948 ein Angebot abgelehnt, Israels Staatspräsident zu werden. Allerdings vermachte der Nobelpreisträger seinen Nachlass, Briefe, Manuskripte und Tagebücher der Hebräischen Universität in Jerusalem.

bri/djo (dpa, rtre)