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Sonderhilfsprogramm gegen Ebola

7. April 2015

Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist zwar unter Kontrolle, dennoch infizieren sich in den meistbetroffenen Ländern weiterhin Menschen. Deutschland will jetzt verstärkt helfen – auch aus Eigeninteresse.

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Afrika Ebola in Liberia (Foto: "DW/J. Kanubah".)
Bild: DW/J. Kanubah

Mit einem Sonderhilfsprogramm will sich die Bundesregierung am Wiederaufbau der Ebola-Gebiete in Westafrika beteiligen. Gesundheitsminister Hermann Gröhe und Entwicklungsminister Gerd Müller reisen dazu nach Ghana und Liberia. Die drei von der Epidemie am stärksten betroffenen Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea seien wirtschaftlich um fünf bis zehn Jahre zurückgeworfen worden, sagte Müller der "Bild"-Zeitung. Deutschland werde daher den Aufbau der Gesundheitssysteme und einer besseren Krisenreaktion in Afrika mit 200 Millionen Euro fördern.

Geplant sei zudem der Aufbau einer Weißhelm-Truppe aus Ärzten, Technikern und Spezialisten – notfalls im Alleingang -, kündigten die Minister in dem Blatt an. "Wir werden bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) eine Kernmannschaft von Weißhelmen aufstellen, die in drei bis fünf Tagen überall auf der Welt im Einsatz sein kann."

Steigendes Risiko durch Globalisierung

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte bereits vor Monaten eine solche Truppe vorgeschlagen. Bislang gebe es die als Blauhelme bezeichneten UN-Friedenstruppen, aber nichts Vergleichbares als Antwort auf den Ausbruch von Epidemien, begründete er seinen Vorstoß.

Gesundheitsminister Gröhe warnte kurz vor Beginn der Reise vor einer wachsenden Gefahr durch globale Epidemien. Das Risiko steige, "weil die Menschen immer mehr reisen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Deshalb müsse Deutschland den ärmsten Ländern beim Aufbau einer funktionierenden medizinischen Grundversorgung helfen und Hilfspersonal im Ernstfall zügiger zur Verfügung stellen. Krankheit kenne keine Grenzen, so Gröhe. Deshalb müsse auch Gesundheit global gedacht werden.

"Ebola ist noch nicht besiegt"

Erste Station der Minister ist Ghanas Hauptstadt Accra. Das Land ist von der Ebola-Epidemie verschont geblieben, dient aber als Logistik-Stützpunkt für die Versorgung der am stärksten betroffenen Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea. Am Donnerstag und Freitag führen sie dann Gespräche in der liberianischen Hauptstadt Monrovia.

In den drei Ländern starben seit Ausbruch der Epidemie vor einem Jahr nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation mehr als 10.300 Menschen an der schweren Viruserkrankung. Knapp 25.000 Fälle wurden registriert. Die Dunkelziffer soll aber viel höher liegen, eine Therapie gegen Ebola gibt es bislang nicht. In den drei westafrikanischen Staaten war die Zahl der Neuerkrankungen seit Jahresbeginn deutlich zurückgegangen. Zuletzt wuchs jedoch die Sorge vor Rückschlägen. Gröhe warnte denn auch davor, die Epidemie vorschnell für beendet zu erklären. "Ebola ist nicht besiegt", sagte Minister.

gmf/cr (afp, dpa)