Chinas alljährlicher Abitur-Marathon

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Gaokao, wir kommen

9,4 Millionen Abiturienten wetteifern in diesem Jahr um 3,7 Millionen Studienplätze. Eine möglichst gute Note ist entscheidend für den weiteren Werdegang, denn: Hat man erst einmal einen Studienplatz, ist der Hochschulabschluss so gut wie garantiert.

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Du schaffst das!

Die Prüflinge gehören noch der Generation der Einzelkinder an. Mit einem Studienplatz ist die Aussicht auf einen gutbezahlten Job und sozialen Aufstieg verbunden. Dementsprechend aufgeregt sind die Eltern.

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Kein Gaokao unter Mao

In den Jahren der Kulturrevolution (1966-1976) wurde die Hochschulaufnahmeprüfung ausgesetzt. Lehrer und Schüler wurden aufs Land verschickt, um die "Unterschiede zwischen Intellektuellen und Bauern abzubauen."

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Dengs gescheiterter Wiederbelebungsversuch

Nur einmal, 1973, wurde die Prüfung auf Betreiben des Reformpolitikers Deng Xiaoping (auf dem Foto 1975 mit Bundeskanzler Helmut Schmidt) während der Mao-Ära durchgeführt. Aber die radikale Führung um Mao bezeichnete den Vorstoß als "Infiltration der Kapitalisten", und so wurde Gaokao wieder eingestellt.

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Abiturient Xi Jinping

Auch Staatspräsident Xi Jinping hat laut chinesischen Medienberichten an der Prüfung 1973 teilgenommen. 1975 erhielt er die Zulassung für die Pekinger Elite-Universität Tsinghua im Fach Chemie, obwohl seinem Vater mangelnde Loyalität gegenüber dem Vorsitzenden Mao vorgeworfen wurde.

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Ab 1977 wurde wieder gebüffelt

1977 wurde die landesweite Prüfung wieder eingeführt. 5,7 Millionen Schüler nahmen an der Aufnahmeprüfung teil, unter ihnen auch Chinas Ministerpräsident Li Keqiang. Er begann dann das Jura-Studium an der Universität Peking.

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Prüfung 1977 …

Gan Fubao, heute 70 Jahre alt, zeigt den Prüfungsbogen von 1977. Chinesisch, Mathematik und Politik waren Pflichtfächer. Geprüft wurden bei den geistwissenschaftlichen Anwärtern zusätzlich die Fächer Geschichte und Geographie, bei den naturwissenschaftlich Interessierten Chemie und Physik.

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… und 2017

Auf Politik wird heute als Abifach verzichtet. Hinzu kommt die Prüfung einer Fremdsprache. Deutsch ist möglich, wird aber in ganz China nur von ein paar Dutzend Schülern gewählt. Auf der roten Fahne steht: Erfolg für alle Abiturienten.

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Höchste Sicherheitsstufe

Rund um die Schulen gilt während der Prüfung höchste Sicherheitsstufe. Bewaffnete Polizei sichert den Schulhof, wie hier im Pekinger Stadtbezirk Haidian. Die Schulen haben Notfallpläne für Unwetter und Krankheitsausbrüche.

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High-Tech gegen Schummeln

Täuschungsversuche werden mit allen Mitteln unterbunden. Sie können als kriminelles Vergehen bestraft werden. Hier kontrollieren IT-Experten die Funknetze um den Schulhof. Elektrische Geräte sind in den Prüfungssälen verboten. Die Noten werden Ende Juni verkündet.

In China haben die staatlichen Hochschulaufnahmeprüfungen (Gaokao) begonnen. Die betroffenen Familien und Schulen sind im Ausnahmezustand, denn die Prüfung gilt als Schicksalsentscheidung für das zumeist einzige Kind.