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Chinas Wirtschaft schwächelt

10. Juli 2013

Dem chinesischen Drachen fehlt Feuer. Ein abrupter Rückgang seiner Ausfuhren und eine enttäuschende Importnachfrage lassen ein schwächeres Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft erwarten.

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China: Produktion ein einer Näherei (Foto: afp)
Bild: STR/AFP/Getty Images

Nach überraschend schwachen Exportzahlen zu Beginn des Jahres hat China auch für das laufende Quartal wenig Hoffnung auf Besserung gemacht. Die Exportwirtschaft stehe vor großen Herausforderungen, erklärte die Zollbehörde am Mittwoch. Wegen einer schwachen Auslandsnachfrage, höheren Arbeitskosten und der stärkeren Landeswährung verlören die Unternehmen das Vertrauen. "Für die Exporte sieht es im dritten Quartal düster aus", sagte ein Sprecher der Behörde.

Im Juni ging das Exportvolumen zum ersten Mal seit Januar vergangenen Jahres zurück. Das Minus betrug 3,1 Prozent, während Analysten mit einem Zuwachs von vier Prozent gerechnet hatten. Die Einfuhren gingen im Vergleich zu Juni 2012 überraschend um 0,7 Prozent zurück. Experten waren von einem Anstieg von acht Prozent ausgegangen. Die Zahlen zeigten, dass die chinesische Wirtschaft zunehmend unter Druck stehe, sagte Volkswirt Li Huiyong von Shenyin & Wanguo in Shanghai.

Chinas Wirtschaft schwächelt

Minus im Handel mit der EU

Für die Exporteure fiel das Minus im Handel mit der Europäischen Union besonders groß aus: Hier betrug der Rückgang 8,3 Prozent. In die USA, einem weiteren wichtigen Markt für chinesische Unternehmen, wurden 5,4 Prozent weniger Waren verkauft. Der Handelsbilanzüberschuss lag mit 27,1 Milliarden Dollar etwa im Rahmen der Erwartungen.

Die Zahlen zum chinesischen Außenhandel unterliegen großen Schwankungen und werden von spekulativen Geldflüssen über die Grenzen hinweg verzerrt. Die Regierung geht inzwischen verstärkt gegen gefälschte Rechnungen vor, die das Exportvolumen in diesem Jahr künstlich aufgebläht hatten. Auch dieses Vorgehen habe sich auf die Statistik ausgewirkt, sagte Shenyin-Volkswirt Li.

Umbau der chinesischen Wirtschaft

Die neue chinesische Führung will die Wirtschaft umbauen und nimmt dafür ein schwächeres Wachstum in Kauf. Volkswirte gehen davon aus, dass es sich im Jahresvergleich im zweiten Quartal auf 7,5 Prozent abschwächte. Die Zahlen werden für die kommende Woche erwartet.

Investoren an den Aktienmärkten reagierten auf die Außenhandelszahlen enttäuscht. Der MSCI-Index für die Region Asien-Pazifik außerhalb Japans büßte nach der Veröffentlichung einen Teil seiner Gewinne ein. Die Börsen in Shanghai und Hongkong konnten sich zwar im Plus halten, der Tokioter Leitindex rutschte allerdings ins Minus und notierte zuletzt knapp ein Prozent tiefer.

ul/zdh (rtr, dpa)