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Politik

Corona: Einreisestopp für Ausländer in Japan

28. Dezember 2020

Japan macht nach dem Auftreten erster Krankheitsfälle mit der neuen Variante des Coronavirus aus Großbritannien bis Ende Januar seine Grenzen dicht. Auch Indonesien lässt nur noch eigene Staatsbürger ins Land.

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Am Haneda Airport in Tokio
Am Haneda Airport in TokioBild: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Die beiden asiatischen Staaten sind nicht die ersten, die sich mit einer vorübergehenden Einreise-Blockade vor der Virus-Variante aus Großbritannien schützen wollen. Saudi-Arabien verlängerte die bereits seit der vergangenen Woche geltende Grenzschließung. Die neue Variante des Coronavirus ist möglicherweise deutlich ansteckender als die bisher bekannte Form. Die meisten EU-Staaten hatten daraufhin bereits vergangene Woche entschieden, Reisen aus und nach Großbritannien vorübergehend weitgehend einzuschränken.

In Japan konnten bisher acht Infektionen mit der Variante des Coronavirus nachgewiesen werden, wie das Gesundheitsministerium in Tokio mitteilte. Daraufhin wurde bereits am Donnerstag vergangener Woche ein vorübergehender Einreisestopp für ausländische Staatsbürger verhängt, die kürzlich Großbritannien und Südafrika besucht hatten. In Südafrika war eine weitere neue Variante des Coronavirus aufgetaucht. Jetzt wurde die Maßnahme bis Ende Januar verlängert und auf sämtliche Staaten ausgedehnt.

Dritte Corona-Welle in Japan

In Japan hat die Corona-Pandemie bisher nicht die Dimension wie in den USA oder einigen europäischen Ländern. Seit dem Ausbruch der Seuche infizierten sich in dem asiatischen Inselstaat mit mehr als 125 Millionen Einwohnern mehr als 220.000 Menschen, etwa 3250 starben im Zusammenhang mit dem Virus. Derzeit sieht sich Japan allerdings mit einem erneuten Anstieg der Corona-Infektionszahlen konfrontiert. Am Samstag verzeichnete das Land mit 3881 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen neuen Höchstwert. Premierminister Yoshihide Suga forderte die Menschen auf, das Jahresende und den Jahreswechsel "ruhig" zu verbringen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen.

Eine Frau in Japan mit einer Gesichtsmaske geht an dekorierten Schaufenstern vorbei
Den Jahreswechsel sollen die Menschen in Japan "ruhig verbringen", bittet der PremierBild: Issei Kato/REUTERS

Indonesien verhängt ab dem Jahreswechsel ein komplettes Einreiseverbot für Ausländer, das vorerst bis zum 14. Januar befristet ist. Ausländer dürfen noch bis Donnerstag einreisen, wenn sie einen aktuellen negativen PCR-Test vorweisen können, bei der Ankunft einen weiteren Test machen lassen und sich für fünf Tage in Quarantäne begeben. Auch indonesische Staatsangehörige, die im Land ankommen, müssen sich diesen Vorsichtsmaßnahmen unterziehen, teilte die Regierung mit. Indonesien ist in Südostasien das Land mit den meisten Infektions- und Todesfällen in Verbindung mit Corona.

Saudi-Arabien schottet sich weiter ab

Saudi-Arabien hat eine Aussetzung kommerzieller Passagierflüge wegen der in Großbritannien entdeckten neuen Coronavirus-Variante verlängert. Der Stopp werde für mindestens eine Woche ausgedehnt, meldete die amtliche Nachrichtenagentur SPA. Erlaubt bleiben soll der Frachtverkehr. Ausländer sollen zudem aus dem Königreich ausreisen dürfen.

Saudi-Arabien, Kuwait und Oman hatten nach der Entdeckung der neuen Virus-Variante in Großbritannien vergangene Woche ihre Luft-, See- und Landgrenzen für Reisende geschlossen. Im Oman sollte der Einreisestopp am Dienstag enden, in Kuwait am 1. Januar.

Neue Corona-Variante erreicht Südkorea

Die Mutation sei bei drei in London lebenden Mitgliedern einer koreanischen Familie nachgewiesen worden, die am 22. Dezember nach Südkorea eingereist seien, teilte die nationale Gesundheitsbehörde mit. Die Infizierten seien isoliert worden. Südkorea ist zwar bislang vergleichsweise erfolgreich durch die Pandemie gekommen, befindet sich jedoch derzeit mitten in einer dritten Pandemie-Welle. Am 23. Dezember wurde jeglicher Flugverkehr von und nach Großbritannien bis Jahresende bereits gestoppt.

Spanien meldet Lieferverzögerungen bei Impfstoff

In Spanien kommt es zu Verzögerungen bei der Belieferung mit dem Corona-Impfstoff von BioNTech und Pfizer. Der US-Hersteller Pfizer habe Logistik-Probleme, die mit der "Temperaturkontrolle der Lieferungen" zusammenhingen, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa dem Radiosender Cadena SER. Diese seien aber "offenbar wieder behoben". Die nächste Charge werde am Dienstag geliefert.

Am Sonntag hatten die Impfkampagnen gegen das Coronavirus offiziell EU-weit begonnen. Spanien sollte normalerweise an diesem Montag weitere 350.000 Dosen erhalten.

Spanien | Coronavirus | Impfungen
Eine der ersten Impfungen in Spanien am 27. DezemberBild: Alvaro Calvo/Getty Images

Der Impfstoff des deutschen Unternehmens BioNTech und seines US-Partners Pfizer muss  bei minus 70 Grad tiefgekühlt werden und wird deshalb in speziellen Kühlboxen geliefert. Aufgetaut kann er dann bis zu fünf Tage bei Kühlschranktemperatur zwischen zwei und acht Grad aufbewahrt werden.

Corona-Lockdown in Polen

Polen hat die Corona-Maßnahmen verschärft und ist am Montag landesweit in einen harten Lockdown gegangen. Hintergrund sind die gestiegenen Infektionszahlen. Mindestens bis zum 17. Januar gelten in ganz Polen strengere Vorschriften. Einkaufszentren, Hotels, Diskotheken, Nachtklubs und Skilifte müssen schließen. Ausgenommen sind Apotheken, Lebensmittelläden, Drogerien und Baumärkte. An Silvester und Neujahr gilt eine Ausgangssperre, die bei Verstoß mit 1000 Złoty Geldstrafe geahndet werden kann. Das sind mehr als 220 Euro.

qu/kle (dpa, afp, rtr)