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Politik

Corona-Grenzwert in ganz Berlin überschritten

8. Oktober 2020

Die Hauptstadt entwickelt sich zum Corona-Hotspot. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist auf über 50 gestiegen. Die Politik will weniger Partys. Ab Samstag gilt eine Sperrstunde. Auch Frankfurt liegt über dem kritischen Wert.

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Berlin-Mitte Hotspot der Coronapandemie
Bild: Wolfgang Kumm/dpa/picture-alliance

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage liegt in Berlin nun bei 52,8. Das geht aus dem Corona-Lagebericht der Gesundheitsverwaltung hervor. Der Wert war zuletzt stetig gestiegen.

Eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 gilt als ein zentrales Kriterium für härtere Corona-Regeln. Bund und Länder hatten vereinbart, dass in besonders betroffenen Gebieten, die diese Zahl überschreiten, örtliche Maßnahmen ergriffen werden.

In mehreren Berliner Innenstadtbezirken liegt der Wert schon einige Tage teils weit über 50, sie wurden deshalb von einigen Bundesländern zu Risikogebieten erklärt. Laut Lagebericht kamen am Donnerstag in Berlin 498 neue bestätigte Corona-Fälle hinzu. Das ist der stärkste Anstieg seit Beginn der Pandemie.

Maßnahmen zielen besonders auf das Nachtleben ab

Insgesamt wurden damit bislang 17.112 Menschen in der Hauptstadt positiv auf das Virus getestet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona stieg auf 233.

Am vergangenen Dienstag hatte der Berliner Senat bereits weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus beschlossen. Diese zielen mit einer Sperrstunde und strengeren Kontaktverboten für drinnen und draußen besonders auf das Nachtleben ab. Die Regeln gelten ab dem kommenden Samstag.

Berlin Club Nachtleben Party
Tänzer in der Diskothek Havanna in Berlin-SchönebergBild: picture-alliance/dpa/J. Henkelmann

Die Behörden führten den Anstieg der Zahlen in den vergangenen Wochen insbesondere auf private Feiern und illegale Partys zurück. Seit dem 3. Oktober gelten in Berlin schon weitere Beschränkungen, darunter eine Maskenpflicht in Bürogebäuden.

Berliner Corona-Ampel berücksichtigt mehrere Indikatoren

Hintergrund der Beschlüsse ist auch, dass der Berliner Senat abweichend von der Bund-Länder-Vereinbarung im Mai ein eigenes Warnsystem beschlossen hat, die sogenannte Corona-Ampel. Dabei ist die Zahl der Neuinfektionen nur einer von drei Indikatoren. Berücksichtigt werden auch die sogenannte Reproduktionszahl, bei der die Ampel aktuell auf Gelb steht, und die Belegung von Intensivbetten mit Corona-Infizierten - hier steht die Ampel auf Grün.

Dieses System signalisierte dem Senat bereits vor geraumer Zeit Beratungs- und Handlungsbedarf: Die Grenzwerte für neue Corona-Fälle sind niedriger angesetzt als in der Bund-Länder-Absprache. Bereits ab 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen zeigt die Ampel gelbes, ab 30 rotes Licht - vorausgesetzt, der Wert wird drei Tage in Folge überschritten.

Auch Frankfurt verschärft Maßnahmen

Auch in Frankfurt am Main ist der Inzidenzwert auf mehr als 50 gestiegen, wie die Stadt mitteilte. Der aktuelle Wert liegt demnach bei 59,1. Damit sei die Eskalationsstufe rot des Bundeslandes Hessen eingetreten.

Deshalb sei eine Verringerung der Kontaktdichte erforderlich. In Frankfurt ist von Freitag an eine Sperrstunde zwischen 23.00 und 6.00 Uhr geplant.

gri/uh (dpa, afp)