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Corona-Reproduktionsrate steigt wieder über 1

10. Mai 2020

Die Corona-Pandemie in Deutschland nimmt möglicherweise wieder an Dynamik zu: Die Reproduktionszahl klettert seit Tagen stetig auf jetzt 1,1. Und die Zahl der Neuinfektionen lag vier Tage in Folge über 1000.

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Symbolfoto Impfstoff
Bild: picture-alliance/Geisler-Fotopress/C. Hardt

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin mitteilte, klettert die Virus-Ansteckungsrate hierzulande wieder über den kritischen Wert von 1. Die sogenannte Reproduktionsrate (R) werde aktuell auf 1,1 geschätzt, heißt es im Lagebericht des RKI. Der Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Bei einem Wert über 1 steckt jeder Infizierte statistisch mehr als eine weitere Person an. Das RKI hat immer wieder betont, um die Epidemie in den Griff zu bekommen, müsse die Reproduktionszahl unter 1 liegen. Am Mittwoch hatte das RKI den Wert noch mit 0,65 angegeben. Seitdem war die Reproduktionszahl stetig gestiegen, am Donnerstag auf 0,71 und am Freitag auf 0,83.

Bei der Interpretation der Ergebnisse muss aber berücksichtigt werden, dass die Schätzung wie üblich mit Unsicherheit verbunden ist. Das RKI erklärte, es könne somit noch nicht bewertet werden, ob sich der während der letzten Wochen sinkende Trend der Neuinfektionen weiter fortsetze oder es zu einem Wiederanstieg komme. "Der Anstieg des geschätzten R-Wertes macht es erforderlich, die Entwicklung in den nächsten Tagen sehr aufmerksam zu beobachten", schreibt das RKI.

Auch wieder mehr Neuinfektionen

Am Sonntag meldete das Robert-Koch-Institut für Deutschland 667 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Damit steigt die Zahl der Fälle auf insgesamt 169.218. Die Zahl der Toten wächst um 13 auf 7395. Nach Angaben des RKI sind rund 144.400 Menschen inzwischen genesen, das sind etwa 1100 mehr als am Vortag.

Am Samstag gab das Institut die Zahl der infizierten Menschen mit 168.551 an, ein Plus von 1251 seit dem Vortag. Damit lag der tägliche Zuwachs der gemeldeten Infektionen zum vierten Mal über 1000, wie der Sender n-tv berichtet. 

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen hatten den Statistiken der Bundesländer zufolge am Samstag Bayern mit mehr als 44.527 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2164 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 34.700 Fällen und mindestens 1423 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33.200 bestätigten Fällen und mindestens 1542 Toten.

Bayern noch immer am stärksten betroffen

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 340,5 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 203,7. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

Bund und Länder haben am Mittwoch weitreichende Lockerungen der Corona-Auflagen angekündigt, die je nach Bundesland unterschiedlich umfangreich und schnell in Kraft treten. Einigen Menschen geht dies nicht weit genug. So fanden am Samstag in mehreren deutschen Städten Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen statt.

kle/ml (afp, rtr, dpa)