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Politik

COVAX überspringt Impfdosen-"Meilenstein"

15. Januar 2022

Die internationale Impfinitiative COVAX hat die Milliardenmarke bei der Auslieferung von Corona-Vakzinen an ärmere Länder geknackt. Ein nicht unerheblicher Teil der Impfdosen wurde von Deutschland gespendet.

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Kambodscha I Phnom Penh I Sinovac COVID-19 Impfung
Eine Impfstofflieferung im Rahmen des COXAX-Programms - hier aus China für KambodschaBild: Sovannara/Xinhua/picture alliance

Den "Meilenstein" für die globale Impfinitiative verkündete Gavi, die Allianz aus Regierungen, Firmen, Stiftungen und UN-Organisationen, die das COVAX-Programm durchführt: Dosis Nr. 1.000.000.000 befand sich demnach in einer Lieferung, die am Samstag im ostafrikanischen Ruanda ankam.

COVAX hat inzwischen 144 Länder beliefert. Die Initiative versorgt vor allem ärmere Länder, die kein Geld haben, um die Impfstoffe selbst zu bestellen. Das Programm hat mehr als zehn Milliarden Dollar an Spenden erhalten.

"Ungleichgewicht beenden"

Gavi-Chef Seth Berkley verwies darauf, dass die Impfstoff-Verteilung noch immer sehr ungleich sei. So hätten 41 Prozent der Weltbevölkerung bisher keine einzige Impfdosis erhalten. "Wir werden unsere Anstrengungen verdoppeln, um das Ungleichgewicht zu beenden", kündigte Berkley in Genf an.

Afrika Ruanda Kigali Corona Impfung
In Afrika sind weniger als zehn Prozent der Menschen gegen COVID-19 geimpftBild: Cyril Ndegeya/ Xinhua News Agency/picture alliance

Das Ziel, bis Ende 2021 in allen Ländern der Erde mindestens 40 Prozent der Bevölkerung zu impfen, war in mehreren Dutzend Staaten verfehlt worden. Vor allem in vielen Ländern Afrikas wurden bislang kaum zehn Impfdosen pro 100 Einwohner verabreicht. Zum Vergleich: In Deutschland waren es laut Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO 185 pro 100 Einwohner.

"Solidarität gefragt"

Die Bundesrepublik hat im vergangenen Jahr rund 103 Millionen Dosen mit Corona-Impfstoffen an ärmere Länder gespendet. Davon hätten bis Anfang Januar etwa 92 Millionen Dosen ihre Bestimmungsorte erreicht, wie das Gesundheitsministerium und das Auswärtige Amt in Berlin mitteilten. In diesem Jahr will Deutschland weitere 75 Millionen Vakzin-Einheiten spenden.

Svenja Schulze
Bundesentwicklungsministerin Schulze: "Es ist noch ein weiter Weg bis zu einer globalen Impfgerechtigkeit"Bild: Christoph Hardt/Geisler-Fotopress/picture alliance

"Viel stärker noch als im letzten Jahr ist unsere Solidarität gefragt", betonte Entwicklungsministerin Svenja Schulze am Freitag im Bundestag. Gerade für die ärmeren Länder sei die Pandemie zu einer "Polypandemie" geworden - mit gesundheitlichen, aber auch mit wirtschaftlichen, mit sozialen Folgen. "Vieles Schlechtes, was wir auf der Welt bekämpfen, ist durch die Pandemie noch schlechter geworden", bedauerte die sozialdemokratische Ministerin. Viele gute Entwicklungen hingegen würden gebremst oder machten Rückschritte. "Deshalb ist es so wichtig, dass wir alles dafür tun, die Pandemie weltweit zu bekämpfen."

wa/rb (dpa, afp, epd, kna)