Das Diesel-Desaster

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Dieselmotoren wurden lange als umweltfreundlich gepriesen, doch plötzlich gelten sie als Dreckschleudern. Es drohen Fahrverbote, denn nirgendwo sind die Grenzwerte für Stickstoffdioxid so streng wie in der EU. Die Autofahrer sind verunsichert.

Vor Gericht wird zurzeit ein Fahrverbot nach dem anderen erstritten. Nirgendwo sind die Grenzwerte für Stickstoffdioxid so streng wie hierzulande: Während in den USA 100 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erlaubt sind, schlägt die EU schon ab 40 Mikrogramm Alarm. Welche Rolle dabei der Straßenverkehr spielt, ist keineswegs so klar, wie es scheint. In Oldenburg wurden vor einiger Zeit Höchstwerte verzeichnet - dabei waren wegen eines Marathons sämtliche Straßen für Autos und Lkw gesperrt. Auch die Folgen für die Gesundheit sind unter Wissenschaftlern umstritten. Während Umweltschützer auf Studien der Weltgesundheitsorganisation verweisen, halten Lungenfachärzte wie Prof. Martin Hetzel von der Lungenfachklinik in Stuttgart die vergiftete Debatte für "reine Panikmache". Der ehemalige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, Prof. Dieter Köhler, gibt ihm recht: "Zigarettenrauch und Adventskerzen sind viel schlimmer". Das Beispiel Hamburg zeigt zudem, dass Fahrverbote nicht unbedingt eine schnelle Lösung sind. Zwei Monate nach Einführung des Fahrverbots sind die Messwerte in diesen Straßen nicht gesunken, sondern gestiegen. Zwölf Millionen Dieselfahrer sind verunsichert. Ihre Wagen wurden vor wenigen Jahren als "supersauber" beworben. Jetzt verlieren sie von Tag zu Tag an Wert.

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