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Musikalisches Genie und Stilikone gestorben

Ruben Kalus11. Januar 2016

David Bowie galt als einer der bedeutendsten Rockmusiker der vergangenen Jahrzehnte. Erst kürzlich hatte er sein 25. Album veröffentlicht. Ein Geschenk für die Nachwelt. Jetzt ist der Brite tot.

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David Bowie (Foto: Getty Images/J. Hale)
Bild: Getty Images/J. Hale

Ein Vertreter des Sängers teilte mit, Bowie habe einen 18-monatigen Kampf gegen eine Krebserkrankung verloren. Bowies Sohn Duncan Jones schrieb bei Twitter, er sei sehr traurig sagen zu müssen, dass die Todesnachricht wahr sei.

Screenshot Facebook David Bowie
Bild: Facebook/David Bowie

Das neue Jahr war gerade mal eine gute Woche alt, als sich die Popmusikwelt über das erste Highlight freuen konnte: David Bowie beschenkte sich und seine Fans passend zu seinem 69. Geburtstag mit einem neuen Album. Bowie, ohne Zweifel einer der größten Popkünstler des 20. Jahrhunderts, war für eine ewig andauernde Metamorphose bekannt, die seine ganze Karriere andauerte und ständige Stil- und Imagewechsel mit sich brachte.

Auf zu neuen Ufern

2013 veröffentlichte Bowie nach längerer Pause das Album "The Next Day". Viele Kritiker betrachteten es als eine Reflexion seines bisherigen Lebenswerks. "Blackstar" hingegen bricht zu vollkommen neuen Ufern auf. Der Blick geht nicht nostalgisch zurück, wie zum Beispiel die Singleauskopplung des Vorgängers "Where Are We Now", die an Bowies Berlin-Zeit erinnerte. Stattdessen setzte Bowie auf moderne, futuristische Klänge, die sich den kommerziellen Spielregeln der Pop-Maschinerie entziehen.

Das mediale Interesse am neuen Album zeigte, wie sehr das Phänom David Bowie nach wie vor begeistert. Auch wenn er nach einem Herzinfarkt bei seiner letzten Tournee für zehn Jahre kein Album mehr veröffentlicht hatte, war David Bowie nie wirklich weg, erklärt Popmusikexperte Christoph Jacke in einem DW-Gespräch: "David Bowie ist eine konstante Einschreibung in die Popmusik-Geschichte und ist unter anderem durch Zitationen, Anspielungen und Verweise von jüngeren Bands immer präsent. Er hat es gar nicht nötig, ständig Geschichten oder Releases liefern zu müssen, sondern aktualisiert sich von Zeit zu Zeit."

Album Blackstar von David Bowie
Das Cover der aktuellen Bowie-Platte "Blackstar"Bild: Smi Col (Sony Music)

Die Kunstfigur David Bowie

Trotz seiner konstanten Präsenz bleibt das immerwährende Rätsel im Raum stehen, wer David Bowie eigentlich war. Für Christoph Jacke eine Frage, die für "einen menschlichen Grundantrieb, Geheimnisse lösen zu wollen" steht und die Bowie seit mehreren Jahrzehnten gekonnt als unbeantwortbar aufrechterhielt. Von den ehemaligen Charakteren, die er über die Jahre seiner Karriere geschaffen hatte, hatte er sich verabschiedet: "All meine Figuren haben ihren Zweck erfüllt, jetzt können sie in Rente gehen." sagte er im letzten Interview vor seiner Pause über die von ihm geschaffenen Spitznamen Ziggy Stardunst, Major Tom oder den Thin White Duke.

Auf "Blackstar" hat David Bowie bewiesen, dass er noch immer Eingängigkeit und Bekanntes mit Neuem verbinden konnte und dadurch interessant blieb, erklärt Jacke. In den neuen Stücken verweise Bowie nicht nur auf die Popmusik-Geschichte, sondern zitiere sich auch selbst. Diese Selbstzitation verdeutlicht den Stellenwert, den die Ikone David Bowie in der Musikwelt hatte und zeigt gleichzeitig, dass sich die Frage nach David Bowies Identität immer nur für den Moment beantworten lässt. An diesem Sonntag ist der britische Sänger im Kreis seiner Familie an Krebs gestorben.

David Bowie als Ziggy Stardust 1973
Das wohl bekanntestes Alter Ego Bowies: Ziggy StardustBild: Getty Images