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Dax-Vorstände verdienen weniger

7. Juli 2016

Verdienen Manager, was sie verdienen? Millionengehälter erzürnen die Volksseele. Nun entwickelt sich die Vergütung nach Ansicht von Aktionärsvertretern in die richtige Richtung – nach unten.

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Symbolbild Banker Boni
Bild: picture-alliance/dpa/O. Berg

In Deutschlands Top-Konzernen ist das Gehaltsgefälle nach wie vor gewaltig: Vorstände kassieren einer Studie zufolge im Schnitt 50 Mal so viel wie ein durchschnittlicher Angestellter eines Dax-Konzerns. Immerhin schloss sich die Schere zwischen Vorstandsgehältern und normalen Arbeitseinkommen erstmals seit Jahren leicht, wie die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und Experten der Technischen Universität München am Donnerstag in Frankfurt erklärten.

Während die Vergütung für die Führungskräfte der 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex 2015 zum Vorjahr im Schnitt um 1,8 Prozent auf gut 3,3 Millionen Euro sank, stiegen die Bruttolöhne in Deutschland um vier Prozent. Im Jahr 2014 hatten Dax-Vorstände nach diesen Berechnungen noch 54 Mal so viel verdient wie ihre Angestellten.

Die kontroversen Debatten um die Millionen für Manager zeigen nach Einschätzung des Münchner Wissenschaftlers Gunther Friedl Wirkung. Die variable Barvergütung, die in der Regel vor allem an die Gewinnentwicklung der Unternehmen gekoppelt ist, sank im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf gut 1,5 Millionen Euro. "Das ist ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass die variable Vergütung tatsächlich von der Leistung abhängt", kommentierte Friedl. Gestoppt scheine auch der Trend, dass die Unternehmen als Ausgleich für sinkende Boni bei den Festgehältern eine Schippe drauf legten. Die Grundvergütung verringerte sich um 1,4 Prozent auf gut eine Million Euro.

Europäisches Mittelmaß

Von den Dax-Vorstandschefs kam nach dem Ausscheiden von VW-Boss Martin Winterkorn keiner mehr auf einen zweistelligen Millionenbetrag für das abgelaufene Geschäftsjahr. Spitzenverdiener ist nach der DSW-Rangliste Daimler-Chef Dieter Zetsche mit einer Gesamtvergütung von gut 8,5 Millionen Euro. Auf den Plätzen folgen der inzwischen abgelöste Merck-Chef Karl-Ludwig Kley (knapp 7,9 Millionen Euro) und der aktuelle Volkswagen-Lenker Matthias Müller (gut 7,3 Millionen). Zum Thema Vergütung wurden im laufenden Jahr bereits mehrere Studien veröffentlicht, die Berechnungen unterscheiden sich im Detail.

Im Schnitt erhielten die Vorstandsvorsitzenden der Dax-Konzerne 5,1 Millionen Euro und damit etwas weniger als im Vorjahr (5,3 Millionen). Damit lagen sie nach DSW-Angaben oberhalb ihrer Kollegen in Frankreich (4,7 Millionen Euro), aber unterhalb der durchschnittlich in der Schweiz gezahlten Vergütung (6,8 Millionen Euro).

Meilenweit entfernt bleibt für die meisten Top-Manager in Deutschland das Gehaltsniveau der USA: Die Bosse der Unternehmen im Dow Jones Industrial Average (DJIA) kamen im Schnitt auf eine - nochmals gestiegene - Jahresvergütung von umgerechnet 16,4 Millionen Euro. Hier lag die höchste Vergütung laut DSW bei 39,2 Millionen - gutgeschrieben auf dem Konto von Walt-Disney-Chef Robert Iger.

wen/ul (dpa, DSW)