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Denkmal für Eisbär Knut

24. Oktober 2012

Als Baby wurde der Eisbär Knut weltberühmt, eineinhalb Jahre nach seinem plötzlichen Tod wird er unsterblich: Im Berliner Zoo erinnert eine Bronzestatue an den Publikumsliebling. Aber es kam auch zu Misstönen.

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Bronzestatue des Eisbären Knut im Berliner Zoo. (Foto: dapd)
Bild: dapd

Der Andrang im Berliner Zoo war fast so groß wie damals, als Knut noch lebte: Mehrere Hundert Menschen wollten die Enthüllung der Skulptur "Knut, der Träumer" miterleben. Das Werk des Nürnberger Bildhauers Josef Tabachnyk fand bei der Fan-Gemeinde uneingeschränktes Lob.

knut # 24.10.2012 # Journal Deutsch

"Knut, der Träumer"

Mit seinem Entwurf hatte sich der Künstler gegen mehr als 30 Mitbewerber durchgesetzt. Die 1,40 Meter lange und 1,15 Meter hohe Plastik aus Bronze steht nur wenige Meter von der Stelle entfernt, an der Knut im März 2011 zusammenbrach, ehe er in den Wassergraben stürzte und ertrank. Sie zeigt Knut in einem Alter von etwa eineinhalb Jahren in träumender Pose auf einer Eisscholle aus weiß-grauem Granit. Acht Monate hatte Tabachnyk an seinem Werk gearbeitet. Finanziert wurden die Kosten in Höhe von 15.000 Euro durch Spenden, die der Zoo-Förderverein gesammelt hat.

Die Besucher waren von der Darstellung begeistert. Viele erinnerten sich an eigene Erlebnisse mit dem possierlichen Eisbär-Baby, einige hatten sogar Tränen in den Augen.

Eisbär Knut im April 2007 im Alter von fünf Monaten. (Foto: Reuters)
Knuddeliger Weltstar: Eisbärbaby Knut begeisterte Millionen (2007)Bild: Reuters

Kritik am Zoodirektor

Bei der Ansprache von Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz kam es dann jedoch zu Misstönen. Der Zoo-Chef mahnte, den Kult um Knut nicht weiterzuführen: "Es gibt einen Unterschied zwischen einem toten Menschen und einem toten Tier". Diese Äußerung rief bei einigen Gästen Unmut hervor und Blaszkiewitz musste sich mehrfach gegen Zwischenrufe durchsetzen.

Auch sein Vorgänger Jürgen Lange, in dessen Amtszeit die Geburt des kleinen Knut im Dezember 2006 gefallen war, stimmte nachdenkliche Töne an. Er erinnerte an den Tierpfleger Thomas Dörflein, der den von seiner Mutter verstoßenen Eisbären mit der Flasche aufgezogen hatte: "Knut war für mich immer mit Herzblut verbunden, obwohl ich den Tod von Thomas Dörflein als viel tragischer empfand".

Knut, Knautschke und Bobby

Die Statue von Knut ist erst die dritte im Berliner Zoo, mit der an ehemalige tierische Bewohner erinnert wird: außer dem Eisbären wurde auch dem Flusspferd Knautschke und dem überaus beliebten Gorilla Bobby diese Ehre zuteil. Doch Knut war mit Sicherheit das weltweit bekannteste Tier des Berliner Zoos. So gebe es in Japan bis heute Fan-Artikel des knuddeligen Eisbären, sagte der ehemallige Zoodirektor Lange.

mak/re (dpa, dapd)