Deutschland auf Kurs zur Hauptrunde

Das DHB-Team sorgt mit seinem deutlichen Sieg gegen Brasilien für den ersten emotionalen Höhepunkt der Heim-WM. Mit nun 4:0 Punkten setzt sich die deutsche Nationalmannschaft an die Spitze ihrer Gruppe A.

Hinten brillierte Andreas Wolff, vorne glänzte Uwe Gensheimer: Angeführt von ihren beiden Topstars haben die deutschen Handballer bei der Heim-WM eindrucksvoll Kurs auf die Hauptrunde genommen. Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop besiegte Brasilien in Berlin souverän mit 34:21 (15:8) und befeuerte mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel die Partystimmung auf ihrer Medaillen-Mission. 

Kapitän Gensheimer war mit zehn Toren vor 13.500 Zuschauern in der ausverkauften Arena wieder einmal bester Werfer der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB).

Uwe Gensheimer trifft zehn Mal gegen Brasilien

Wolff avancierte mit zahlreichen Paraden wie schon beim Auftaktsieg gegen das vereinte Team Korea (30:19) zum großen Rückhalt.
"Die Basis war eine sehr gute Abwehrarbeit mit einem guten Torhüter. Wir haben es sehr gut gemacht, das zeigt sich im Ergebnis", sagte Spielmacher Martin Strobel im ZDF.

Startformation mit Power

Prokop musste gegen die Südamerikaner auf WM-Debütant Franz Semper verzichten. Der Rückraumspieler des Bundesligisten SC DHfK Leipzig stand aufgrund einer starken Erkältung nicht zur Verfügung. "Wir werden seinen Ausfall taktisch lösen", kündigte DHB-Vizepräsident Bob Hanning an. Der Bundestrainer setzte aber auf die gleiche Startformation wie gegen Korea, und die DHB-Auswahl war sofort richtig gut im Spiel. Torhüter Wolff war in der Anfangsphase schier unüberwindbar, die Abwehr um den bärenstarken Mittelblock mit Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler rührte Beton an, und im Angriff glänzten die Gastgeber mit vielen Variationen. Der Lohn war eine schnelle 5:1-Führung nach einem sehenswerten Dreher von Gensheimer (9.).

Brasilien kraftlos

Brasilien war der Kräfteverschleiß nach dem harten Kampf am Freitagabend gegen Titelverteidiger Frankreich (22:24) anzumerken, während das deutsche Team aufs Tempo drückte. Die ohnehin schon gute Stimmung heizten Wiencek und Co. mit rudernden Armbewegungen noch weiter an. Der Olympia-Achte zeigte sich beeindruckt.
Die Gastgeber bauten beflügelt von der Atmosphäre ihren Vorsprung von 9:2 (15.) auf 14:5 (25.) aus. Im Rückraum glänzten Steffen Weinhold und Steffen Fäth, der bei den Rhein-Neckar Löwen zuletzt über die Reservistenrolle nicht hinaus kam.
"Die Jungs geben alles. Wir stehen hervorragend in der Abwehr und haben einen starken Andreas Wolff hinten drin. Wir haben die Kulisse abgeholt, aber wir müssen wach bleiben", sagte Teammanager Oliver Roggisch nach der Sieben-Tore-Führung zur Pause.

Die Spieler kamen der Forderung des Weltmeisters von 2007 nach. Die technischen Fehler der Brasilianer wurden immer wieder zu leichten Toren bei  Tempogegenstößen genutzt. Nach dem 22:14 (42.) durch Kreisläufer Jannik Kohlbacher kreiste La Ola durch die Arena. Prokop wechselte angesichts des deutlichen Vorsprungs munter durch, um Kräfte für den weiteren Turnierverlauf zu sparen. Am Montag geht es im dritten Vorrundenspiel gegen Russland. Das wird der erste richtige Prüfstein.