DHB-Team mit guter Leistung gegen Serbien

Auch wenn es im letzten Vorrundenspiel der Handball-WM gegen Serbien um nichts mehr geht, zeigt die deutsche Mannschaft eine ambitionierte Leistung. Besonders zwei Berliner Spieler bilden eine starke Achse.

Schwer zu sagen, ob der Jubel tatsächlich lauter war, wenn Paul Drux den Ball ins serbische Tor feuerte, oder wenn Silvio Heinevetter eine Parade gelang. Fakt ist allerdings, dass das Berliner Publikum seine helle Freude an seinen Lokalmatadoren hatte. Bei ihrem abschließenden Vorrundenspiel der Handball-WM setzte sich die deutsche Mannschaft mit 31:23 (16:12) gegen Serbien durch. Ein Sieg, an dem auch Drux und Heinevetter von den Berliner Füchsen großen Anteil hatten. Heinevetter gelangen schon vor der Pause acht Paraden bei 20 Würfen. Drux, der 1,92-Meter-Hüne aus dem linken Rückraum, baute das Spiel in Ruhe auf, warf insgesamt vier Tore und sorgte vor allem dafür, dass die deutsche Abwehrreihe sehr gut stand.

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Da die DHB-Auswahl bereits vor der Partie als Hauptrunden-Teilnehmer feststand, wechselte Bundestrainer Christian Prokop ein wenig durch, gewährte auch Spielern, die sonst nicht so lange auf dem Parkett stehen, mehr Einsatzminuten. Die vergangenen beiden WM-Spiele gegen Frankreich und Russland waren jeweils unentschieden ausgegangen. In den ersten 23 Spielminuten war auch die Partie gegen die Serben ausgeglichen: 12:11 führte die deutsche Mannschaft, dann aber kassierte Serbien, das eine enttäuschende WM erlebt, eine Zwei-Minuten-Strafe wegen eines Wechselfehlers. Ein vermeidbarer Patzer, der den serbischen Trainer sichtlich frustrierte und seine Spieler offenbar aus dem Tritt brachte.

Hinten der Fels in der Brandung, vorne mit Ruhe, Übersicht und Wurfkraft: Paul Drux

Bis zur Halbzeit setzte sich die DHB-Auswahl etwas ab und warf einen Vier-Tore-Vorsprung heraus. Wie sehr die Serben neben der Spur waren, zeigte die letzte Aktion der ersten Halbzeit: Serbien hatte den Ball und die Chance, zu verkürzen. Doch die Serben hatten mit der guten deutschen Defensive ihre Mühe, achteten nicht auf die Zeit und wurden schließlich von der Pausensirene überrascht, bevor sie noch einmal aufs Tor werfen konnten.

Heinevetter setzt den Schlusspunkt

Nach dem Seitenwechsel zog das deutsche Team sein Spiel weiter durch und vergrößerte den Vorsprung bis zur 46. Spielminute auf 24:16. Der Sieg war sicher. Zehn Minuten vor dem Ende probierte Prokop eine Variante mit sieben Feldspielern, das deutsche Tor blieb bei Ballbesitz leer. Eine Taktik, die nicht fruchtete: Dreimal fingen die Serben den Ball ab und trafen ins verwaiste deutsche Tor. Am Ende aber siegte das bessere Team, auch deswegen, weil Serbien nun alles versuchte, selbst oft mit sieben Feldspielern agierte und dann Schwierigkeiten hatte, sich bei den schnellen Gegenstößen der Deutschen wieder zu ordnen.

Paul Drux machte in der zweiten Halbzeit vor allem als Vorbereiter auf sich aufmerksam. Immer wieder bediente er Yannick Kohlbacher am Kreis, der die Anspiele dankend ausnutzte und am Ende zum "Spieler des Spiels" gewählt wurde. Drux selbst erlebte das Spielende nicht mehr auf dem Parkett mit: Wenige Minuten vor dem Ende sah er wegen seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte und hatte etwas früher Feierabend. Seiner guten Leistung tat das aber keinen Abbruch. Den Schlusspunkt setzte Torhüter Heinevetter, der auch nach dem Seitenwechsel zahlreiche Würfe abgewehrt hatte. Nach einer letzten Parade wenige Sekunden vor der Schlusssirene warf er den Ball im hohen Bogen über das gesamte Feld zum 31:23-Endstand ins serbische Tor.

Deutschlands Angreifer, hier Fabian Wiede, fanden immer wieder Lücken in Serbiens Abwehr

"Für uns war das ein ganz wichtiges Spiel obwohl wir schon sicher durch waren", sagte Heinevetter anschließend im Interview mit der ARD. Allerdings war er dem Reporter kurz zuvor schnell noch einmal weggelaufen, um sich mit den Teamkollegen zum Siegerfoto aufzustellen und sich von "seinem" Berliner Publikum beklatschen zu lassen. Danach dachte er bereits an kommende Aufgaben: "Erstmal genießt man die paar Minuten hier und dann freuen wir uns auf Köln und die Euphorie, die hier mit rüber schwappt", sagte Heinevetter. 

Hauptrunde gegen Kroatien, Spanien und Island

"Es war eine schwere Vorrundengruppe", zog Bundestrainer Prokop Bilanz und lobte seine Mannschaft. "Dass wir da so durchgehen und jetzt 3:1 Punkte haben, das ist eine tolle Sache. Natürlich ist gerade der Punkt gegen Frankreich enorm viel wert."

Die DHB-Auswahl zieht nun von Berlin nach Köln um, wo die nächsten Spiele stattfinden. 3:1 Punkte nehmen die Deutschen mit, die Zähler, die sie gegen die Vorrundengegner geholt haben, die ebenfalls die Hauptrunde erreicht haben: Frankreich und Brasilien. Eine gute Ausgangsposition für Prokop und Co., wenn es in der Hauptrunde nun gegen Kroatien, Spanien und Island geht.