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Reise

Die schönsten Städte in Europa: Funchal

Frederike Müller
4. Oktober 2019

Exotische Blumen, schroffe Felsen, ganzjährig mildes Klima - Madeira ist ein Sehnsuchtsort für viele. Hauptstadt der portugiesischen Garteninsel im Atlantik ist die alte Handelsstadt Funchal.

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Fortaleza do Pico Stadtpanorama Funchal Madeira Portugal
Bild: picture-alliance/dpa/Schoening

Funchal liegt an der Südküste Madeiras. Auf der 57 Kilometer langen und 22 Kilometer breiten Insel leben eine Viertelmillion Menschen. Rund die Hälfte in der Hauptstadt Funchal, die für ihre reich blühenden Gartenanlagen berühmt ist. Vor 600 Jahren machte der Anbau von Zuckerrohr die portugiesischen Inselbewohner reich. 300 Jahre später war es der Madeirawein, den englische Händler in die Neue Welt verschifften.

Mit Urban Art bemalte Türen
Touristenhighlight: die Altstadtgasse Rua de Santa Maria, deren triste Türen Künstler in Urban Art verwandelt habenBild: picture-alliance/dpa/A. Widak

Als weltabgeschiedenes Urlaubsziel entdeckte der europäische Adel im 19. Jahrhundert die Insel-Hauptstadt Funchal. Heute kommen die meisten Touristen hier mit dem Kreuzfahrtschiff oder mit dem Flugzeug an. Und bleiben eine Woche - oder auch nur ein Wochenende.

Ein perfektes Wochenende

Doch was kann und sollte man in 48 Stunden in Funchal gesehen haben? Das hat DW-Moderatorin Meggin Leigh in der Reihe "Meggins perfektes Wochenende" im DW-TV-Magazin Euromaxx getestet.

Hier sind Meggin Leighs persönliche Tipps für Funchal:

Kulinarik-Tipp

In der Altstadt schwarzen Degenfisch probieren im Restaurant Santa Maria und Madeira-Wein in Blandy's Wine Lodge Funchal verkosten

Aktiv-Tipp 

Korbschlitten fahren vom Abfahrtspunkt an der Seilbahnstation auf dem Berg Monte in Funchal

Shopping-Tipp

Eine Strelitzie kaufen auf dem Mercado dos Lavradores, dem Bauernmarkt in einer historischen zweistöckigen Markthalle im Zentrum Funchals

Noch mehr Kulinarik

Außengastronomie in der Rua de Santa Maria in Funchal auf Madeira
Die Strelitzie ist in Funchal irgendwie allgegenwärtig - und auch auf dem Restauranttisch ein BlickfangBild: picture-alliance/dpa/A. Kovalev

In der ältesten Straße Funchals, der Rua de Santa Maria, finden Besucher ein Restaurant neben dem anderen. Hier sollte man Spezialitäten wie den Schwarzen Degenfisch mit Madeira-Banane probieren.

Das Nationalgericht Madeiras ist der Ochsenfleischspieß Espetada. Er wird über offenem Holzfeuer gegrillt. Früher nahm man als Spieß die Zweige des Lorbeerbaums.

Für den Weltruf von Madeiras Nationalgetränk haben die Engländer gesorgt, die den Madeira-Wein in alle Welt exportierten. Dieser süße Wein hat es sogar in ein eigenes Museum geschafft: im Weinkeller von Sao Francisco, heute Teil der "Blandy's Wine Lodge". Ebenfalls zum englischen Erbe der Insel gehört der Bolo de Mel, ein traditioneller Honigkuchen mit Früchten und Nüssen.

Weinflaschen mit Madeira-Wein
Rarität im Weinkeller: verstaubte Madeira-Weinflaschen Bild: picture alliance/Arco Images

In den Bars von Funchal ist allerdings ein anderes hochprozentiges Getränk angesagt: die Poncha aus Zuckerrohrschnaps, Honig und Zitronen. Früher wärmten sich damit die Fischer nach einem kalten Tag auf See.

Paradies für Aktivurlaub

Madeira ist ein klassisches Wanderziel, Funchal ein toller Startpunkt für Ausflüge. Zum Beispiel zum urzeitlichen Lorbeerwald im Inselnorden, der seit 1999 UNESCO-Weltnaturerbe ist; oder zum höchsten Berg der Insel, dem Pico Ruivo mit 1862 Metern. Viele hundert Kilometer Wanderwege erstrecken sich entlang der Levadas, künstlicher Bewässerungskanäle, die die ersten Siedler vor fast 600 Jahren auf ganz Madeira schufen.

Dank der reichen Vulkanlandschaft haben Touristen die Qual der Wahl an Aussichtspunkten auf der ganzen Insel. Zum Warming-Up können Wanderer den Hausberg Funchals, den Monte, hochwandern anstatt mit der Seilbahn hinauf zu schweben.Oben ist nicht nur die weite Aussicht über die Stadt ein Anziehungspunkt, sondern auch der Tropische Garten Monte Palace. Ebenso wie der offizielle Botanische Garten von Funchal ist der Monte Palace Garten aus einem ehemaligen, englischen Landsitz hervorgegangen ist und mit Kunstobjekten geschmückt. Die Pflanzen in den üppigen Gärten der Blumeninsel blühen auch, wenn im Rest Europas noch Winter herrscht.

Hinweisschilder vor Cafe in Monte auf Madeira Portugal
Cafés säumen den Fußweg hinauf zum Monte, dem Hausberg FunchalsBild: picture-alliance/dpa/H. Hollemann

Über der Stadt schweben können Besucher beim Gleitschirm- oder Drachenfliegen. Startplätze befinden sich im Ökologischen Park oder auf dem Pico da Cruz mitten in Funchals Zentrum nahe dem Hafen. Vom Yachthafen gleich nebenan starten viele Touren zur Delfin- und Walbeobachtung. Auch Fischereitrips sind beliebt.

Souvenirs, Souvenirs

Korbflechterin auf Madeira
Vimes heißt die Kunst des Korbflechtens auf Madeira - es muss ja nicht gleich ein Gartenstuhl sein, ein Brotkorb tut’s vielleicht auchBild: picture-alliance/dpa/B. Gierth

Das wohl beliebteste Mitbringsel von der Insel ist die Strelitzie. Typisch sind aber auch handbestickte Tischdecken, Blusen oder Nachthemden. In rund 30 Manufakturen werden Spitze und Gobelins wie vor 150 Jahren hergestellt. Der englische Königshof zählt zu den prominenten Kunden für Madeira-Spitze. Viele Geschäfte findet man ebenfalls in der Altstadt, etwa in der Rua dos Murças. Für handgemachte Qualität bürgt das Gütesiegel I.B.T.A.M. - ebenso bei den Korbwaren aus geflochtener Weide, eine weitere Spezialität der Insel.