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Eklat um Triest-Halbmarathon

28. April 2019

Der Halbmarathon in Triest ist keine Veranstaltung der Spitzenklasse und dennoch schafften es die Veranstalter, Aufmerksamkeit zu erregen. Afrikanische Profiläufer waren im Vorfeld vom Rennen ausgeschlossen worden.

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Symbolbild - Marathon
Bild: Colourbox

Rassismusvorwürfe durch den italienischen Leichtathletikverband und von Seiten der Politik brachten die Veranstalter dazu, ihre Entscheidung zurückzunehmen. "Im Gegensatz zu dem, was wir gestern angekündigt haben, werden wir auch afrikanische Athleten einladen", schrieb der Organisator des Lauffestivals in der italienischen Hafenstadt, Fabio Carini, auf Facebook. Zuvor hatte die Ankündigung über den Ausschluss der Athleten vom Rennen am 5. Mai für Aufruhr gesorgt.

Provokation?

Die Begründung Carinis für den geplanten Ausschluss wirkt in Zeiten des politischen Rechtsrucks in Italien eher schwach. Mit dem Schritt hätten die Veranstalter ein Zeichen gegen die Ausbeutung afrikanischer Läufer setzen wollen, hatte Carini anfänglich mitgeteilt. Er sagte weiter, es gäbe viele skrupellose Manager, die afrikanische Läufer nicht mit Würde behandelten und sie nicht angemessen bezahlten. Später sprach er dann von einer "Provokation", mit der es gelungen sei, eine "große Aufmerksamkeit auf eine grundlegende ethische Frage zu lenken". Er entschuldige sich bei denjenigen, die sich beleidigt gefühlt haben, so Carini weiter.

Besonders von Isabella De Monte, einer italienischen EU-Abgeordneten, wurde Carini attackiert. Sie bezeichnete die Ausschlussentscheidung als "ernsthaft und unwürdig". "Wir verhindern, dass Profis an einem Rennen teilnehmen, weil sie aus Afrika kommen. Man habe das Gefühl, Italien kehre wieder zu den dunklen Tagen zurück", sagte die Abgeordnete des Partito Democratico. "Beim Sport geht es um teilen, vereinigen, Gleichheit und Respekt, das ist es, was wir unseren Kindern beibringen. Aber welches Beispiel geben wir ihnen mit dieser Art von Entscheidung?", so De Monte weiter. Nicola Fratoianni Parteichef von der italienischen Linken, Sinistra Italiana meinte: "Das ist nicht Mississippi in den 1950ern, das ist Triest im Jahr 2019."

Der italienische Leichtathletikverband gab bekannt, dass er unverzüglich eine Untersuchung eingeleitet habe, um mögliche Verstöße zu untersuchen.

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Immer wieder rassistisch auffällig: Fankurve von Lazio RomBild: imago

Italien - Land des Rassismus?

Die Vorfälle in Triest überraschen nicht. Immer wieder werden in ganz Italien Sportveranstaltungen von rechten und rassistischen Gruppen genutzt, um Front gegen insbesondere dunkelhäutige Sportler zu machen. Jüngstes Beispiel in einer langen Reihe von Vorfällen sind die Vorkommnisse beim Spiel von Lazio Rom beim AC Mailand. Dort hat die Mailänder Staatsanwaltschaft sieben Ultras des Fußball-Erstligisten Lazio Rom angezeigt, die vor dem Halbfinal-Rückspiel im italienischen Pokal am vergangenen Mittwochabend ein provozierendes Banner ausgerollt hatten. Auf diesem stand "Ehre für Mussolini". Den Ultras drohen wegen "Verherrlichung des Faschismus" bis zu drei Jahre Gefängnis.

Italien Lazio Rom Fans Benito Mussolini Banner
Lazio-Banner für MussoliniBild: picture-alliance/ROPI

Insgesamt 29 Lazio-Hooligans wurden identifiziert, berichteten italienische Medien. Angezeigt wurde unter anderem ein 53-Jähriger, der mit gestrecktem rechten Arm die Ultras grüßte. Der Mailänder Bürgermeister Giuseppe Sala rief die Fußballklubs auf, sich zu Antifaschismus klar zu bekennen. "Bisher haben Klubs die Vorfälle nicht stark genug verurteilt", so Sala

cgn/fab (afpe, dpa, sid, srf.ch)