Facebook sperrt Konten aus Indien und Pakistan

Facebook hat mehr als 1000 gefälschte Seiten, Gruppen und Konten mit Millionen Followern in Indien und Pakistan gelöscht. Die Maßnahme des Unternehmens steht in Zusammenhang mit der bevorstehenden Wahl in Indien.

Kurz vor Beginn der Parlamentswahlen in Indien hat das US-Unternehmen Facebook über 600 Gruppen, Konten und Seiten aus dem Land entfernt. Die Mehrheit davon lasse sich auf Anhänger der Oppositionspartei Indischer Nationalkongress zurückverfolgen, teilte der Cybersicherheitschef von Facebook, Nathaniel Gleicher, in einem Blogbeitrag mit.

Demnach hatten alle Zugänge gegen das Verbot von "koordiniertem unauthentischem Verhalten" verstoßen. Das bedeutet, dass die Identität der Accounts koordiniert verschleiert werden sollte. 

Über Indien hinaus

Facebook entfernte außerdem über 100 Seiten und Gruppen mit etwa 2,8 Millionen Followern in Pakistan. Die Zugänge stünden aber nicht im Zusammenhang mit denen in Indien. Obwohl auch in Pakistan die Identität der Konten verschleiert werden sollte, habe man eine Verbindung zu PR-Mitarbeitern des pakistanischen Militärs gefunden, so das Online-Netzwerk. 

Die falschen Konten dienten dazu, Fanseiten der Armee zu betreiben. Dort war unter anderem Indien verhöhnt worden. Außerdem beschäftigten sich die Seiten mit dem spannungsreichen Kaschmir-Gebiet, das von Indien und Pakistan beansprucht wird. 

Ein Anhänger der indischen Regierungspartei trägt eine Maske des Ministerpräsidenten Modi

Indien hat mit über 230 Millionen die höchste Anzahl an Facebook-Nutzern. Vom 11. April bis zum 19. Mai sind rund 900 Millionen Wahlberechtigte im Land aufgerufen, ihre Stimme für ein neues Parlament abzugeben. Facebook-Cybersicherheitschef Gleicher sagte, das Online-Netzwerk gebe relevante Informationen an politische Entscheidungsträger und Technologieplattformen in Indien weiter.

Facebook steht immer wieder in der Kritik, da die Plattform für die Verbreitung von Falschinformationen oder politischen Botschaften genutzt wird. Das Unternehmen entfernte erst kürzlich 200 Seiten, Gruppen und Zugänge auf den Philippinen und hat auch Zugänge aus dem Iran und Russland geschlossen. 

In Indien haben in der Vergangenheit Gerüchte und Falschinformationen wiederholt zu Gewalt geführt, etwa an religiösen Minderheiten. Auch Anhänger der politischen Parteien verbreiten etwa auf Whatsapp und Facebook Fake News über einander. 

lh/hk (dpa, reuters)

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