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Politik

Taliban und USA nähern sich an

26. Januar 2019

In den Verhandlungen mit den Taliban in Doha hat es nach Angaben des US-Sondergesandten für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, "bedeutende Fortschritte" gegeben. Er will nun nach Kabul reisen.

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Der US-Sondergesandte Zalmay Khalizad (Archivbild)
Der US-Sondergesandte Zalmay Khalizad (Archivbild)Bild: picture-alliance/AP Photo/R. Maqbool

Die USA und Vertreter der radikalislamischen Taliban haben sich in der jüngsten Gesprächsrunde im Golfemirat Katar offenkundig angenähert. Nach sechstägigen Gesprächen schrieb der US-Delegationsleiter Zalmay Khalilzad auf Twitter, die Treffen seien produktiver als in der Vergangenheit gewesen. 

"Wir haben in wichtigen Fragen bedeutende Fortschritte gemacht", so Khalilzad. Er wolle auf dem Momentum aufbauen und die Gespräche in Kürze fortsetzen. Es gebe noch eine Anzahl an Problemen zu lösen. "Nichts ist vereinbart, bis alles vereinbart ist", schrieb Khalilzad weiter. Dies beinhalte einen innerafghanischen Dialog zwischen Regierung und Taliban und einen umfassenden Waffenstillstand. 

Khalilzad gab an, nun für weitere Konsultationen nach Kabul zu reisen. Die mittlerweile fünfte Gesprächsrunde zwischen Taliban-Vertretern und Washington seit Juli 2018 hatte am Montag begonnen. Nach Angaben der Taliban sollte in den Gesprächen der Abzug der US-Truppen aus dem Land diskutiert werden. Zudem sollte demnach geklärt werden, wie verhindert werden kann, dass Afghanistan zu einem sicheren Hafen für Terroristen werde und von dem Land aus andere Länder angegriffen werden könnten. 

Die Taliban-Vertretung in Doha kurz vor der offiziellen Eröffnung im Jahr 2013
Die Taliban-Vertretung in Doha kurz vor der offiziellen Eröffnung im Jahr 2013Bild: picture-alliance/AP Photo/O. Faisal

Der US-Gesandte hatte sich bereits mehrfach mit Taliban-Vertretern getroffen, ohne dass dies von Washington offiziell bestätigt wurde. Seit vergangenem Sommer bemühen sich die USA verstärkt darum, den langjährigen Konflikt in Afghanistan über Verhandlungen zu lösen. In einer signifikanten Änderung seiner Politik nahm Washington Direktgespräche mit den Taliban auf. Davor hatten die USA stets erklärt, die Taliban sollten mit der afghanischen Regierung verhandeln, ein Friedensprozess müsse unter afghanischer Führung stattfinden. 

Inzwischen sollen vor allem Afghanistans eigene Sicherheitskräfte, hier in Kabul, die Taliban eindämmen
Inzwischen sollen vor allem Afghanistans eigene Sicherheitskräfte, hier in Kabul, die Taliban eindämmenBild: picture-alliance/AP Photo/M. Hossaini

Washington betonte allerdings, die Gespräche sollten zu direkten Gesprächen zwischen den Taliban und der Regierung in Kabul führen. Die Taliban lehnten dies bisher stets ab und nannten Kabul ein "Marionettenregime der USA" .

Die Taliban, die größte Aufständischengruppe in Afghanistan, haben vor allem seit dem Ende des internationalen Kampfeinsatzes Ende 2014, der von einem Ausbildungseinsatz abgelöst wurde, wieder an Stärke gewonnen. Derzeit beherrscht die Regierung nach Militärangaben nur noch wenig mehr als die Hälfte der Bezirke des Landes. Weitere rund 30 Prozent sind umkämpft.

stu/sti (dpa, afp)