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KriminalitätAfrika

Freude über 40 Freigelassene in Nigeria

27. Februar 2021

Entführungen von Jugendlichen sind in Nigeria derzeit leider fast an der Tagesordnung. Umso erfreulicher ist die Nachricht, dass jetzt rund 40 von ihnen freigelassen wurden.

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Symbolbild Schüler Nigeria
Bild: Olukayode Jaiyeola/NurPhoto/picture-alliance

Der Gouverneur des Bundesstaats Niger teilte mit, die entführten Schüler, Lehrer und Angehörige der Schule aus dem Ort Kagara seien freigelassen und bereits von der Regionalregierung empfangen worden. Bewaffnete hatten 42 Personen, darunter 27 Schüler, verschleppt. Die mehr als 300 Schülerinnen, die am Freitag im Nachbarbundesstaat entführt wurden, sind hingegen weiter in den Händen ihrer Entführer.

Eine Miliz hatten die staatliche Schule im Ort Kagara am 17. Februar überfallen, einen Schüler getötet und laut Augenzeugen Dutzende weitere in einen Wald verschleppt. Die Regionalregierung hatte in den vergangenen Tagen erklärt, mit den Entführern zu verhandeln, die Zahlung von Lösegeld aber ausgeschlossen. Zu den Umständen der Freilassung wurde zunächst nichts bekannt, auch wer hinter dem Angriff steckt, blieb weiter unklar.

Lösegelder erpressen

In Nigeria entführen bewaffnete Banden immer wieder Schulkinder, um von den Eltern oder dem Staat hohe Beträge an Lösegeld zu fordern. In der Nacht zum Freitag waren rund 300 Mädchen aus einer weiterführenden Schule im Bundesstaat Zamfara verschleppt worden. In Nigeria operieren mehrere bewaffnete Milizen, darunter auch islamistische Gruppen wie Boko Haram. Schätzungen von UNICEF zufolge hat allein Boko Haram seit 2013 mehr als 1000 Kinder verschleppt.

Der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari spricht von einer "Entführungskrise". Der Staat besitze zwar die Mittel, um mit militärischer Gewalt gegen die Banden vorzugehen, müsse sich aber zurückhalten, um die Geiseln und Bewohner umliegender Dörfer nicht zu gefährden, erklärte Buhari. Er fügte hinzu: Die Regierung werde jedoch den Erpressern auf keinen Fall nachgeben.

haz/ehl (epd, dpa, rtr)