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Friedensmission für Darfur geplant

13. Januar 2006

In Darfur tobt seit Februar 2003 ein Bürgerkrieg, in dem sich Rebellengruppen, Regierungstruppen und arabische Reitermilizen erbarmungslose Kämpfe liefern. Die UNO plant, eine Friedenstruppe zu entsenden.

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Kinder im Flüchtlingscamp im Norden DarfursBild: AP

Die Vereinten Nationen denken nach den Worten von UN-Generalsekretär Kofi Annan über eine mobile UN-Einsatztruppe für die sudanesische Krisenprovinz Darfur nach und hoffen auf Hilfe aus Europa und den USA. "Wir müssen einen Weg finden, wie wir die Sicherheit zusammen mit der Afrikanischen Union umgehend verbessern können", sagte Annan in New York. Bislang hatte die Regierung in Khartum einen UN-Einsatz abgelehnt.

Die Afrikanische Union (AU), die dem Morden, Vergewaltigen und Brandschatzen in Darfur mit 7000 Friedenshütern Einhalt zu gebieten versucht, brauche dringend logistische und finanzielle Hilfe. Der Einsatz kostet mehr als 13 Millionen Euro im Monat. "Wenn diese Unterstützung ausbleibt, ist sie im März ohne Geld", warnte Annan am Donnerstag (12.1.2006) vor Journalisten. Von April an gebe es für den Einsatz der UN keine Finanzzusage, bestätigte ein AU-Sprecher am Freitag in Addis Abeba. Um es nicht so weit kommen zu lassen, müsse die internationale Gemeinschaft nun auch andere Optionen in Erwägung ziehen.

Annan fordert mobile Einsatztruppe

Karte Sudan mit Südsudan und Darfur

Annan forderte, die UN-Mission müsse mobil sein und aus der Luft von Flugzeugen und Helikoptern unterstützt werden. Dazu sei militärische Unterstützung aus den USA oder der Europäischen Union erforderlich. Der Generalsekretär kündigte an, entsprechende Gespräche aufzunehmen. "Wir werden auf hoch entwickelte Ausrüstung und logistische Unterstützung angewiesen sein". Deshalb werde er Länder mit entsprechender Kapazität ansprechen und um Hilfe bitten, sowie der Sicherheitsrat ein entsprechendes Mandat verabschiedet habe. Außer den USA verfügten auch etliche europäische Staaten über solche Kapazität.

Weiße Fahrzeuge als Tarnung?

Unterdessen warf die Afrikanische Union der sudanesischen Regierung vor, ihre Soldaten würden als AU-Truppen getarnt in weißen Fahrzeugen Rebellen überfallen. Die AU benutzt weiße Fahrzeuge, um sich von Militärfahrzeugen abzusetzen. Die sudanesische Regierung wies die Vorwürfe zurück. Sudans Außenminister Lam Akol räumte allerdings der staatlichen Nachrichtenagentur SUNA gegenüber ein, dass weiße Helikopter und Wagen für Transportzwecke eingesetzt würden.

Darfur-Rebellen auf Patrouille im Süden Darfurs
Darfur-Rebellen auf PatrouilleBild: dpa

Der Konflikt in der westsudanesischen Region hat nach UN-Schätzung seit Anfang 2003 knapp zwei Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Die Zahl der Todesopfer schwankt zwischen 180 000 und 400 000. Die meisten Flüchtlinge leben zusammengepfercht in Lagern, wo sie von Hilfsorganisationen nur schlecht oder teils gar nicht mehr erreicht werden können. Laut Annan sind derzeit drei Millionen Menschen in Darfur und den Nachbarregionen auf fremde Hilfe angewiesen. Die AU hat 7800 Soldaten in der Region stationiert. Der Einsatz wird hauptsächlich von der EU, der UNO und den USA finanziert. Im Dezember kündigte die AU für das laufende Budget einen zusätzlichen Finanzbedarf von 130 Millionen Dollar (107 Millionen Euro) an. Der US-Kongress hatte erst kürzlich weitere Mittel für die AU verweigert. (kb)