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Indien will mehr deutsches Engagement

9. Februar 2014

Bundespräsident Gauck nimmt von seinem Staatsbesuch in Indien den Wunsch nach einem stärkeren deutschen Einsatz in der Welt mit nach Hause. Das sei nicht nur von der Politik so vorgetragen worden, betonte er.

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Gauck-Indien
Bild: picture-alliance/dpa

Auch Unternehmer und Vertreter der Zivilgesellschaft hätten diesen Wunsch geäußert, sagte Gauck zum Abschluss seines fünftägigen Indien-Besuchs in einem Interview der ARD.

Deutschland als Vorbild für viele Länder

Sein Vorstoß für eine aktivere Rolle Deutschlands sei von seinen Gesprächspartnern in Indien positiv aufgenommen worden. Auf eine deutsche Beteiligung an Militäreinsätzen sei er aber nicht angesprochen worden. Deutschland habe sich "so großartig entwickelt", weil es inneren Frieden, Wohlstand und einen Rechtsstaat erreicht habe.

Die Demokratie werde von den Menschen bejaht, betonte der Bundespräsident. "Unser Land hat für viele Länder eine Vorbildrolle eingenommen. Wenn das so ist, wäre es künstlich, das Land so zu definieren, als wären wir 20 Jahre nach dem Krieg."

Millionen junge Inder strömen auf den Arbeitsmarkt

Regierungsvertreter wünschten sich vor allem, dass Deutschland weltweit bei Krisensituationen in der Wirtschaft und auf den Finanzmärkten aktiv sei, sagte Gauck. Man erinnere sich daran, was Deutschland in der europäischen Finanzkrise geleistet habe. Unternehmen hofften zudem auf Unterstützung beim Thema Berufsausbildung, wo Deutschland ein Modell sein könne. In Indien strömten jedes Jahr zwölf Millionen junge Menschen auf den Arbeitsmarkt.

Frauenrechtlerinnen hätten das frühe deutsche Engagement für ihre Anliegen gewürdigt und wünschten sich weitere Unterstützung, ergänzte Gauck. "All das zeigt, dass wir auch weit weg von Deutschland eine sehr gute Rolle spielen können, um Probleme auch in diesem Teil der Welt zu meistern helfen."

Der Bundespräsident flog inzwischen nach Myanmar weiter. Es ist das erste Mal seit 1986, dass ein Bundespräsident das südostasiatische Land besucht. Gauck will den Öffnungskurs seit dem Ende der Militärdiktatur im früheren Birma lobend ansprechen, aber auch auf Defizite bei den Menschenrechten hinweisen.

haz/ml (dpa, ape)