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Gerda Meuer neue Programmdirektorin

Johannes Hoffmann2. November 2013

Mit einer Strukturreform verbessert die DW ihre Wettbewerbsfähigkeit. Intendant Peter Limbourg legte die Multimediadirektionen zusammen und berief Gerda Meuer zur Programmdirektorin.

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Gerda Meuer ist seit dem 1. November 2013 Programmdirektorin der DW
Bild: DW

Zum 1. November 2013 hat die Deutsche Welle ihre beiden journalistischen Direktionen in Bonn und Berlin unter einer Leitung zusammengeführt. Zur Programmdirektorin hat der Intendant Gerda Meuer berufen. Die 54-jährige leitete bisher die DW Akademie, Deutschlands führende Organisation für internationale Medienentwicklung. In diese Funktion wechselt der bisherige Multimediadirektor Regionen, Christian Gramsch (53). Er wird seine neue Aufgabe nach einer Einarbeitungszeit antreten.

Christoph Lanz (53), Multimediadirektor Global, hat die DW mit Wirkung 31. Oktober 2013 in gutem Einvernehmen verlassen. Der Verwaltungsrat der DW hat der Strukturreform und den Personalvorschlägen in seiner heutigen Sitzung einstimmig und im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden des Rundfunkrates zugestimmt.

Der Intendant sagte, mit Blick auf Medienkonvergenz und zunehmende Anforderungen aus den weltweiten Märkten müsse sich die DW im journalistischen Bereich einheitlich aufstellen. Strukturelle Hürden müssten aufgehoben werden, „um bestmögliche Angebote für unsere Nutzer weltweit zu machen“, sagte Limbourg. „Ziel ist es, die journalistischen Angebote aus einem Guss zu produzieren, die Kreativität und Freiräume der Programmmacher zu stärken und das Zusammenwachsen der Standorte zu fördern.“ Der Intendant wies darauf hin, dass die DW mit der Reorganisation im Übrigen einen entsprechenden Gremienbeschluss umsetze.

Gerda Meuer habe langjährige journalistische Erfahrungen in verschiedenen Ländern gesammelt. Beim Aufbau und der erfolgreichen Entwicklung der DW Akademie habe sie ihre Managementqualitäten eindrucksvoll bewiesen. Sie stehe nun vor der Aufgabe, den Integrationsprozess der Direktion zu gestalten und die journalistische Arbeit standort- und medienübergreifend neu zu organisieren.

Christian Gramsch bringe seine Erfahrungen als Multimediadirektor in die neue Funktion ein. Er werde die DW Akademie noch stärker auf die Anforderungen der Multimedialität ausrichten, sagte der Intendant. Gramsch habe in den vergangenen Jahren erfolgreich die Hörfunk- und Online-Redaktionen integriert und die Produktion von Fernsehmagazinen am Standort Bonn vorangetrieben. Viele Jahre sei er auch als Trainer für den journalistischen Nachwuchs tätig gewesen.

Dem scheidenden Multimediadirektor Christoph Lanz dankte der Intendant „für seine langjährige ausgezeichnete Arbeit“. Als Chefredakteur und Fernsehdirektor habe Lanz nach 1992 maßgeblich das deutsche Auslandsfernsehen auf- und ausgebaut. „Insbesondere mit der Einführung des Arabischen Programms 2002, der Programmstrukturreform 2012 und dem damit verbunden Start eines spanischen Kanals hat er wichtige Akzente gesetzt. Das hat wesentlich zur erfolgreichen Positionierung der DW auf den internationalen Medienmärkten und zur Wahrnehmung Deutschlands in der Welt beigetragen“, sagte Limbourg.

Gerda Meuer
Bild: DW

Um den anstehenden Integrationsprozess zu unterstützen, hat Intendant Limbourg ein Change-Team eingesetzt. Dieses wird zusammen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den kommenden Monaten den Wandel des deutschen Auslandssenders begleiten.

Gerda Meuer hatte 2003 die Leitung der neu gegründeten DW Akademie übernommen. Meuer studierte Germanistik, Film- und Fernsehwissenschaften und Geschichte an der Universität zu Köln. 1985-1987 war sie für die entwicklungspolitische Presseagentur Inter Press Service in Bonn tätig. Nach einem sechsmonatigen Aufenthalt als Stipendiatin der Heinz-Kühn-Stiftung in Chile absolvierte sie 1987 ein Volontariat bei der Deutschen Welle. Anschließend war sie zwei Jahre in der DW-Nachrichtenredaktion tätig. Von 1991 bis 1996 wechselte sie im Rahmen der Kooperation zwischen NHK/Radio Japan und DW nach Tokio, wo sie als Redakteurin und Korrespondentin arbeitete. Zurück in Köln übernahm sie den Posten als Reporterin in der Chefredaktion des deutschen Hörfunkprogramms. 1997 wurde sie dort Chefin vom Dienst und 1999 zugleich stellvertretende Chefredakteurin. Im folgenden Jahr wechselte Meuer als Europa-Korrespondentin für den DW-Hörfunk in das Studio Brüssel.

Porträt Christian Gramsch
Bild: BGNES

Christian Gramsch war seit 2006 zunächst Programmdirektor für die Hörfunk- und Online-Angebote der DW, seit 2010 Multimediadirektor. Gramsch volontierte 1980/81 bei der Rheinischen Post. 1981 bis 1983 war er als Redakteur beim Südwestfunk Baden-Baden für SWF 3 tätig, anschließend bis Ende 1992 als Freier Hörfunk- und Fernsehjournalist für verschiedene ARD-Sender. 1992/93 arbeitete er als Freier Redakteur und Moderator für VOX, anschließend erneut für mehrere ARD-Sender. Gleichzeitig wirkte er als Moderationstrainer für WDR, SWR und Deutsche Welle. Seit 2000 war Gramsch Chefredakteur Hörfunk beim Hessischen Rundfunk, seit 2004 ergänzend Programmchef von hr1 – Das Radio Magazin.

Christoph Lanz
Bild: DW

Christoph Lanz war seit 2010 Multimediadirektor. Zuvor hatte er seit 2002 als Fernsehdirektor das deutsche Auslandsfernsehen auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Arabisch verantwortet. Seine journalistische Laufbahn begann Lanz in den 1980er-Jahren als Reporter und Redakteur für die ARD, unter anderem für den Südwestfunk. Danach arbeitete er für verschiedene Radio- und Fernsehsender, unter anderem als Korrespondent in New York, als stellvertretender Programmchef von RIAS 2 und stellvertretender Programmdirektor von FFH in Frankfurt am Main, einem der größten kommerziellen Radioanbieter in Deutschland. 1990 wechselte Lanz zu RIAS TV in Berlin, wo er 1992 zum Chefredakteur ernannt wurde. Nach den politischen Umwälzungen in Deutschland und der folgenden Auflösung von RIAS TV übernahm die Deutsche Welle die Studios und Einrichtungen von RIAS TV in Berlin und startete das deutsche Auslandsfernsehen via Satellit.

30. Oktober 2013
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