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Vor der Linse - Umweltnachrichten 04.-10.03.2017

Jennifer Collins
10. März 2017

Ja, diese Woche hätten wir andere Bilder haben können. Machen wir das Beste draus: In Berlin stirbt ein Eisbärenbaby, in Frankreich werden Nashörner jetzt schon im Zoo gewildert und die NASA sieht Grün im Südpolarmeer.

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Eisbär-Mutter Tonja und der kleine Eisbär Fritz
Bild: picture alliance/dpa/Tierpark Berlin

Berlin trägt Trauer, weil ein Hoffnungsträger der Stadt überraschend gestorben ist: das Eisbärenbaby Fritz, Liebling der Massen. Die Ursache des Todes ist noch nicht ganz klar. Zoodirektor Andreas Knieriem sagte allerdings, dass Fritz' Leber stark entzündet und vergrößert war. Das sei ein Zeichen für eine schwere Infektion. Der kleine Eisbär war im November 2016 im Zoo geboren worden, als erster Eisbär seit 22 Jahren. Noch im März sollte er der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Unfassbare Nachrichten am Dienstag: In der Nacht drangen Wilderer in einen Zoo in der Nähe von Paris ein. Sie töteten ein Breitmaulnashorn und sägten eines der beide Hörner des Tieres ab. Vince, so der Name des vier Jahre alten Nashorns, wurde erschossen. Die Diebe nahmen das Haupthorn mit, schafften es aber offenbar nicht, auch das zweite Horn zu entfernen. Das gestohlene Horn könnte auf dem Schwarzmarkt zwischen 30.000 und 40.000 Euro wert sein, erklären die ermittelnden Behörden. Auf dem Bild sind die Nashörner zu sehen, die mit Vince im Gehege waren. Sie wurden nicht verletzt.

In Stuttgart werden derzeit moosbewachsene Wände aufgebaut. Sie sollen für saubere Luft sorgen. Und das ist auch dringend notwendig, denn die Luftqualität der Landeshauptstadt Baden-Württembergs lässt stark zu wünschen übrig. Sie ist derart schlecht, dass kürzlich die Bürger der Stadt Bürgermeister Fritz Kuhn und den Präsidenten des Stuttgarter Landkreises, Wolfgang Reimer, verklagt haben. Ein Gericht ordnete daraufhin an, dass das Bundesland Lösungsvorschläge vorlegen müsse. Mooswände also. Und das könnte sogar klappen, denn im Moos, das normalerweise am Waldboden wächst, bleiben Verschmutzungen hängen, die im Anschluss von Bakterien in Biomasse umgewandelt werden.

Verschmutzungen gibt es auch woanders, im Iran zum Beispiel. In Ahwaz, einer Stadt in der ölreichen Provinz Khuzestan, ist die Luft mit bis zu 66 Mal mehr Feinstaubpartikeln belastet, als vertretbar wäre. Eine Bewohnerin beschreibt die Lage so: "Innerhalb weniger Stunden gab es überall Staub, plötzlich hatte ich rote Flecken auf meinem ganzen Körper, meine Haut brannte und ich wurde ins Krankenhaus eingeliefert." Das Land leidet unter einer Reihe von Umweltproblemen, für die aber niemand die Verantwortung übernehmen will.

Am 5. März hat die NASA diese grünlichen Schlieren im Südpolarmeer fotografiert. Die Farbe entsteht durch Phytoplankton an der Wasseroberfläche. Phytoplankton sind mikroskopisch kleine Meerespflanzen, die in den Gewässern um die Antarktis im Frühjahr und Sommer auftauchen, teilt die US-Raumfahrtbehörde mit. Stimmen die Bedingungen, kann das Plankton in Mengen wachsen, die groß genug sind, um als grüne Masse bis in den Weltraum sichtbar zu sein.

Luftaufnahme Ölteppich im Antarktisches Meer
Bild: NASA Earth Observatory images by Joshua Stevens
Mensch auf Straße im Nebel
Bild: FARS
Mitarbeiter der Stadt Stuttgart stellen ein erstes Teststück einer Mooswand für eine Pilotstudie auf
Bild: picture alliance/dpa/Lichtgut/A. Zweygarth
Zwei Nashörner im Schlamm
Bild: Reuters/C. Hartmann