Good bye, fish and chips?

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Die Fischerei ist nur ein winziger Wirtschaftsbereich in Großbritannien. Dennoch schlägt der Brexit hier große Wellen. Die englischen Fischer zählen zu den stärksten Brexit-Befürwortern - allerdings hat die Sache einen Haken.

Doch kurz vor dem eigentlichen Ausstiegstermin ist Barratt nicht mehr sicher, dass sich seine Hoffnungen erfüllen. Er fühlt sich von den eigenen Politikern verraten und ist frustriert. Gleichzeitig ist es für ihn selbstverständlich, dass er - wenn der Brexit denn kommt - seinen Fisch weiter nach Frankreich verkauft, wo auch Teile seiner Verwandtschaft leben. Vereinfacht gesagt wollen die britischen Fischer raus aus der EU, dann die EU-Kollegen aus den britischen Gewässern verdrängen, den Zugewinn an Fisch aber wieder in die EU exportieren. Schon jetzt gehen drei Viertel der Exporte in Länder der Union. Das will die EU aber nicht zulassen. "Zugang zum Markt bedeutet Zugang zu den Gewässern", sagt Werner Kuhn, Europaabgeordneter der CDU. Er weiß, wie wichtig dieser Zugang für seinen Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern ist. Auf der anderen Seite müssten die Briten auch schauen, wie sie ihren eigenen Fischbedarf decken. Denn kurioserweise mögen die Verbraucher dort vor allem Thunfisch oder Kabeljau, der aber gar nicht - oder kaum - in britischen Gewässern gefangen wird. Für das beliebte englische Nationalgericht Fish 'n' Chips müsste der Kabeljau künftig aus der EU importiert werden.