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Greenpeace lobt Apple

17. Oktober 2017

Was haben Apples iPhone und das Fairphone gemeinsam? Richtig: nicht den Preis. Aber bei einem Test von Greenpeace nehmen beide die Spitzenplätze ein: Sie gelten den Umweltschützern als nachhaltig und fair produziert.

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Fairphone
Bild: Fairphone

Platzhirsch Apple und das niederländische Unternehmen Fairphone verzichteten bei der Produktion ihrer Geräte auf gefährliche Chemikalien und produzierten klimafreundlich, so Greenpeace. Für seine Bewertung von Elektronikgeräten hatte sich die Organisation 40 Geräte von 17 Unternehmen vorgenommen.

Zusammen mit Experten der US-Firma iFixit testeten die Umweltschützer in einem Verfahren, in das auch einfloss, ob Rohstoffe recycelt werden und wie gut sich Smartphones, Tablets und Laptops reparieren lassen. Testsieger Fairphone baut Smartphones, die möglichst geringe ökologische und soziale Kosten verursachen sollen; zudem sind die Geräte technisch nachrüstbar.

Konfliktfreie Kalimbi-Mine Kongo
Drecksarbeit: Gewinnung von Zinn für Smartphones im KongoBild: DW/J. van Loon

Minuspunkt Kohlestrom

Die Nummer zwei auf der Green-IT-Liste, Apple, habe als einziges Unternehmen zugesagt, nicht nur Datenzentren und Büros, sondern auch künftig die gesamte Lieferkette mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Marktführer Samsung aus Südkorea landete auf einem der hinteren Plätze, weil die Geräte in Ostasien vor allem mit klimaschädlichem Kohlestrom hergestellt werden.

Symbolbild Alte Mobiltelefone Handy Entsorgung
Wegwerf-Produktion für die Müllhalde: IT-SchrottBild: imago/imagebroker

Auf den Plätzen drei und vier folgen Dell und HP, weil sie reparier- und aufrüstbare Geräte anbieten, wie Greenpeace erklärte. Apple und Microsoft schneiden hier eher schlecht ab. Auch die chinesischen Hersteller Huawei, Oppo und Xiaomi setzen laut Greenpeace auf Wegwerfhandys, die maximal zwei Jahre genutzt werden. Laut Greenpeace produzieren sie gegenwärtig ein Viertel der weltweit verkauften Smartphones.

"Produkte für die Müllhalde"

"IT-Konzerne geben sich ein visionäres, umweltbewusstes Image", sagte Greenpeace-Experte Manfred Santen zu dem Ranking. "Gleichzeitig entwickeln viele Marktführer Produkte für die Müllhalde." Ein Bekenntnis zum Recycling komme von den wenigsten Herstellern.

Entgegen früherer Zusagen vieler Firmen, hieß es in der Greepeace-Mitteilung, verzichten nur Apple und Google konsequent auf umwelt- und gesundheitsschädliche Chemikalien wie PVC und auf Flammschutzmittel mit Bromanteilen in ihren Produkten.

Von 2006 bis 2012 hatte Greenpeace sein sogenanntes "Green-IT-Ranking" regelmäßig veröffentlicht. Man habe bei den Unternehmen seinerzeit "anhaltende Fortschritte" dabei ausgemacht, gefährliche Stoffe in der Produktion zu eliminieren und die Geräte effizienter zu machen. Jetzt legte die Organisation das Ranking wieder auf und erklärte zur Begründung, durch die Industrie verursachte Umweltprobleme gingen mittlerweile weit über die Sorge vor gefährlichem Elektromüll hinaus.

Nach teils harscher Kritik an den Arbeitsbedingungen für Apple-Produkte in China achtet der Konzern seit einigen Jahren verstärkt auf die Einhaltung von gewissen Mindeststandards. Dazu dokumentiert Apple die Bedingungen bei Zulieferern. Auch gibt er einen Verhaltenskodex für die Lieferanten vor, bei dem es unter anderem um eine 60 Stunden-Woche und das Verbot von Kinderarbeit geht. Beides wird noch durchbrochen. Probleme gibt es auch immer noch bei der Gewinnung nötiger Rohstoffe. Mehr als 30 seltene Metalle stecken in einem Smartphone. Die werden zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen gewonnen, beklagt etwa  Amnesty International. 

ar/hb (afp – Greenpeace)