1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Haitianer haben neues Staatsoberhaupt gewählt

20. März 2011

Haiti hatte die Wahl, wer nächster Präsident wird: Ex-First Lady Mirlande Manigat oder Sänger Michel Martelly? Das Ergebnis wird erst Ende März bekanntgegeben.

https://p.dw.com/p/10cy3
Wahlkampf (Foto: dpa)
Wahlkampf im krisengeschüttelten HaitiBild: picture alliance/dpa
Michel Martelly (Foto: AP)
Michel Martelly hat gute ChancenBild: AP

Begleitet von einem starken Sicherheitsaufgebot haben am Sonntag (20.03.2011) die Parlamentswahl und die Stichwahl um das Präsidentenamt im ärmsten Land Amerikas stattgefunden. Rund 4,7 Millionen Haitianer waren zur Abstimmung aufgerufen. Amtsinhaber René Préval durfte nicht wieder antreten. Die Wahl verlief überwiegend friedlich.

Favorit Martelly

Zur Wahl als neues Staatsoberhaupt standen die ehemalige First Lady und Universitätsprofessorin Mirlande Manigat sowie der Sänger Michel "Sweet Micky" Martelly. Der 50-jährige Martelly galt als Favorit. In Umfragen kam er auf rund 53 Prozent der Stimmen.

Mirlande Manigat (Foto: dpa)
Im ersten Wahlgang noch Erstplatzierte: Mirlande ManigatBild: picture alliance/dpa

Martelly war im ersten Wahlgang auf den dritten Platz gekommen, die 70-jährige Manigat auf den ersten. Im Februar hatte die Wahlkommission nach Betrugsvorwürfen entschieden, dass der drittplatzierte Martelly in die Stichwahl gehen darf.

Auf das Wahlergebnis müssen die Haitianer lange warten. Das vorläufige Wahlergebnis soll am 31. März bekannt gegeben werden. Am 16. April soll das Endergebnis veröffentlich werden.

Wyclef Jean verletzt

Als Zeichen für die politischen Spannungen im Lande werteten Beobachter einen Angriff auf den Hip-Hop-Star Wyclef Jean. Der Musiker wurde am Samstag in der Nähe der Hauptstadt Port-au-Prince an der Hand angeschossen und musste danach ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Jean hatte 2010 selbst Präsident werden wollen, seine Kandidatur war aber abgelehnt worden. Nun unterstützt er Martelly.

Haiti leidet immer noch unter den Folgen des schweren Erdbebens vor einem Jahr. Fast eine Million Menschen leben in Notunterkünften. Außerdem ist unklar, welche Rolle der frühere Präsident Jean-Bertrand Aristide spielen will. Er war 2004 ins südafrikanische Exil gegangen und am Freitag von dort zurückgekehrt. Nun fordert er, dass seine Bewegung Fanmi Lavalas wieder zugelassen wird. Der ehemalige Armenpriester ist in Haiti immer noch sehr populär.

Ebenfalls nach Haiti zurückgekehrt war zuvor der frühere Diktator Jean-Claude "Baby Doc" Duvalier. Er lebt nun in einer privaten Villa. Und auch Luis-Jodel Chamblain, der Anführer der Paramilitärs, die 2004 am Sturz Aristides beteiligt waren, lebt im Lande.

Autor: Dirk Eckert (afp, dapd, dpa)

Rddaktion: Nicole Scherschun