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Politik

Hunderte Migranten erreichen Griechenland

8. September 2019

Immer mehr Menschen versuchen wieder, von der Türkei aus auf den griechischen Inseln und damit in der EU Zuflucht zu finden. Unter den Flüchtlingen befinden sich auch viele Kinder. Ihre Zukunft in Europa ist ungewiss.

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Europa Migranten l weitere Flüchtlinge fliehen nach Griechenland
Hunderte Migranten am Hafen von LesbosBild: Getty Images/AFP/Stringer

Noch immer kommen hunderte Flüchtlinge aus der Türkei zu den griechischen Inseln im Osten der Ägäis. Von Samstagmorgen bis Sonntagmittag (Ortszeit) haben nach Angaben der griechischen Küstenwache 332 Migranten zu den Inseln Rhodos, Kalymnos, Samos, Farmakonisi und Lesbos und damit auch in die EU übergesetzt.

In den für insgesamt rund 6300 Menschen ausgelegten Registrierlagern auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos harren bereits mehr als 20.000 Menschen aus. Weitere 4000 Menschen sind in kleineren Lagern und Wohnungen untergebracht. Im August setzten nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) 8103 Menschen aus der Türkei zu den griechischen Ägäis-Inseln über und damit deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum. Im August 2018 waren knapp 3200 gekommen.

Griechenland Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos
Berühmt-berüchtigtes Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos: Zu Hochzeiten kamen rund 7000 Migranten pro Tag Bild: Reuters/G. Moutafis

Griechenland fordert Schutz für Minderjährige 

Griechenland hat die anderen EU-Staaten aufgerufen, zumindest minderjährige Migranten aus den Registrierlagern aufzunehmen. Rund 40 Prozent von ihnen sind laut UN-Organisationen und griechischen Behörden Minderjährige im Alter unter 17 Jahren. "Es kann nicht sein, dass ein Land sich weigert, 50 oder 100 Kinder aufzunehmen", sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Staatsfernsehen (ERT).

Berlin | Premierminister Kyriakos Mitsotakis
Premierministerf Mitsotakis: "Einige Staaten wollen alle Vorteile" Bild: Reuters/A. Schmidt

Der konservative griechische Ministerpräsident forderte die EU auf, Maßnahmen gegen jene Staaten zu ergreifen, die sich weigern, Minderjährige aufzunehmen. "Einige Staaten wollen alle Vorteile der Bewegungsfreiheit im Schengen Raum haben, sie weigern sich aber, die Lasten zu teilen", sagte Mitsotakis. Er kritisierte zudem den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Erdogan droht der EU mit der Öffnung der Grenzen für Migranten, sollte sein Land nicht ausreichend internationale Hilfe bei der Versorgung syrischer Flüchtlinge erhalten.

Mehr Personal für Asylanträge 

Nach dem 2016 geschlossenen EU-Türkei-Abkommen soll Ankara die Migration auf dem See- und dem Landweg Richtung Europa eindämmen und erhält dafür Milliardenzahlungen der Europäischen Union zur Unterstützung der Flüchtlinge im eigenen Land. Die Türkei hat 3,6 Millionen Syrer aufgenommen, die vor dem seit acht Jahren anhaltenden Bürgerkrieg geflohen sind.

Der Flüchtlingspakt sieht vor, dass die EU alle Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 hatte es Tage gegeben, an denen rund 7000 Migranten von der Türkei aus griechische Inseln erreichten.

sth/sti (dpa,rtr)