1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
Katastrophe

Hurrikan "Michael" fegt über die USA

11. Oktober 2018

Der Wirbelsturm traf Florida mit Wucht und brachte Zerstörung und Tod. Viele Bewohner waren der Evakuierungsaufforderung nicht nachgekommen. Nun zieht "Michael" leicht abgeschwächt durch die benachbarten Bundesstaaten.

https://p.dw.com/p/36KMn
Hurrikan Michael
Bild: Reuters/S. Nesius

Hurrikan "Michael" war mit Windgeschwindigkeiten von 250 Kilometern pro Stunde auf die Küste getroffen. Mindestens zwei Menschen kamen im US-Bundesstaat Florida ums Leben, als Bäume umstürzten.

Das Nationale Hurrikan-Zentrum sprach von einem Rekordsturm in der Region, wobei das genaue Ausmaß der Folgen noch unklar ist. In die besonders stark betroffenen Gebiete seien Such- und Rettungsmannschaften geschickt worden, sagte der Gouverneur des US-Bundesstaates, Rick Scott, auf einer Pressekonferenz. In hunderttausenden Haushalten fiel der Strom aus. Aufnahmen aus Mexico Beach zeigten weitreichende Zerstörung, Überflutungen und Trümmer. Auch auf Bildern aus der Stadt Panama City Beach waren zerfetzte Häuserreste, abgedeckte Dächer und umgeknickte Bäume zu sehen. 

Hurrikan Michael
Von den Häusern der Kleinstadt Panama City Beach ist fast nichts gebliebenBild: Getty Images/J. Raedle

Als "Michael" am Mittwochnachmittag (Ortszeit) nordwestlich des kleinen Ortes Mexico Beach die Küste traf, fehlten dem Sturm nur zwei Stundenkilometer Windgeschwindigkeit, um in die höchste Kategorie fünf eingestuft zu werden. Der Meteorologe Dennis Feltgen vom Nationalen Hurrikanzentrum erklärte, es handele sich um den stärksten Hurrikan seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, der Floridas Panhandle getroffen habe. Als Panhandle (Landzipfel oder wörtlich Pfannenstiel) wird der nordwestliche Zipfel Floridas bezeichnet. 

Von dem Tempo überrascht

"Michael" hatte in den vergangenen Tagen über dem Golf von Mexiko rasant an Stärke gewonnen. Die Schnelligkeit überraschte Bewohner und Behörden in Florida. Die zuständigen Stellen hatten zahlreiche Menschen vorab dazu aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Viele kamen dem aber nicht nach. Nur kurz nach der Aufforderung zur Evakuierung erklärte Gouverneur, Rick Scott, es gebe keine Zeit mehr, die Gefahrenzone zu verlassen. Der Bürgermeister der Stadt Port St. Joe sagte: "Es ging alles so schnell, wir waren nicht richtig vorbereitet."

"Michael" verliert an Wucht

Bei seinem Zug nach Norden schwächte sich der Hurrikan inzwischen zu einem tropischen Sturm ab. Das nationale Hurrikanzentrum warnte aber, "Michael" bleibe dennoch gefährlich. Die Experten erwarten Überflutungen durch heftigen Regen in Teilen Georgias, im Südosten Virginias sowie in South und North Carolina. In einigen Gebieten dort gelten Tornadowarnungen.

Hurrikan Michael
Zerstörung im Hafen von St. Joe Marina in FloridaBild: picture-alliance/ZumaPress

US-Präsident Donald Trump begann am Mittwochabend seine Rede auf einer Wahlkampfveranstaltung damit, den Menschen in den betroffenen Gebieten sein Mitgefühl auszusprechen. Die "Gedanken und Gebete" der gesamten Nation seien bei ihnen. Trump hatte zuvor erklärt, er habe die Kundgebung nicht absagen wollen, weil er die Menschen nicht enttäuschen wolle, die darauf gewartet hätten. Der Präsident kündigte an, das Katastrophengebiet am Sonntag oder Montag zu besuchen. Bei einem früheren Besuch befürchte er, den Helfern in die Quere zu kommen, sagte Trump.

Wasser von "Florence" noch nicht abgeflossen 

"Michael" ist nicht der erste Hurrikan, der in diesem Jahr Zerstörung an die US-Südostküste gebracht hat. Mitte September hatte "Florence" vor allem in North und South Carolina schwere Überschwemmungen verursacht. Anders als "Michael" war der Sturm aber lediglich als Kategorie eins an Land getroffen - mit Windgeschwindigkeiten von 150 Kilometern pro Stunde. Dutzende Menschen kamen durch "Florence" und die Folgen des Sturms ums Leben. 

Die Katastrophenschutzbehörde Fema warnte, "Michael" werde auch North und South Carolina starken Regen bringen - dabei sei dort das Wasser von "Florence" noch nicht vollständig abgeflossen

stu/rb (dpa, afp, rtr)