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Politik

"Am Geld soll es nicht scheitern"

6. Februar 2021

Die Mainzer Firma BioNTech könnte mehr staatliche Hilfe gebrauchen, um die Produktion des Corona-Impfstoffs hochzufahren. Die Bundesregierung zeigt sich gesprächsbereit.

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Impfstoff Pfizer-BioNTech COVID-19
Bild: Christof STACHE/AFP

"Im vergangenen Jahr hätte uns mehr Geld nicht geholfen, weil wir den Produktionsprozess im großen Maßstab erst sicher aufstellen mussten", sagte BioNTech-Finanzvorstand Sierk Poetting dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Jetzt aber würde Geld helfen. Erst recht, wenn wir für nächstes Jahr eine Kapazität von drei Milliarden Dosen antizipieren sollen, wie es diese Woche bereits angefragt wurde."

Poetting geht davon aus, dass der Impfstoffbedarf im kommenden Jahr noch zunimmt: "Es gibt unterversorgte Länder, es könnte eine dritte Impfdosis gegen mutierte Varianten des Virus notwendig werden, oder es könnten sich ganz neue Mutationen entwickeln. Deswegen arbeiten wir daran, weitere Standorte auszubauen und neue Partner in unser Netzwerk zu nehmen."

"Für Deutschland, Europa und die Welt"

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte angesichts der Lieferengpässe bei Corona-Impfstoffen für die Bereitstellung weiterer EU-Mittel geworben. Als Beispiel wurden zusätzliche Investitionen in den Ausbau oder die Umwidmung von Produktionsstätten genannt. "Den Vorschlag müsste man prüfen", sagte Poetting. "Er könnte idealerweise dazu führen, dass mittelfristig Kapazitäten erhöht werden könnten."

BioNTech-Finanzvorstand Sierk Pötting (auf dem Monitor) spricht auf dem "Impfgipfel" mit Kanzlerin Angela Merkel und Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller
BioNTech-Finanzvorstand Sierk Pötting (auf dem Monitor) spricht auf dem "Impfgipfel" mit Kanzlerin Angela Merkel und Berlins Regierendem Bürgermeister Michael MüllerBild: Steffen Kugler/Bundesregierung/dpa/picture alliance

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht die Notwendigkeit, "für den Fall problematischer Mutationen oder notwendiger Auffrisch-Impfungen auch für 2022 ausreichend Kapazität für Deutschland, Europa und die Welt zu sichern." Mit Blick auf den Mainzer Impfstoffhersteller sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur: "BioNTech hat auf dem Impfgipfel einen möglichen Finanzbedarf von bis zu 400 Millionen Euro für die Reservierung von Kapazitäten und Rohstoffen bis in das nächste Jahr hinein dargelegt. Wir sind im Austausch mit dem Unternehmen, um dies weiter zu konkretisieren."

Auch Finanzminister Olaf Scholz (SPD) stellte im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland klar: "Am Geld wird die schnellere Beschaffung von Impfstoff jedenfalls nicht scheitern."

rb/uh (AFP, dpa, DER SPIEGEL)