Indien wählt

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Der Spitzenreiter

Nach aktuellen Umfragen scheint der Regierungschef des Bundesstaates Gujarat, Narendra Modi, beste Chancen zu haben, Indiens neuer Premierminister zu werden. Der Westen hatte lange einen großen Bogen um Modi gemacht, weil man ihm eine Mitverantwortung für Pogrome gegen Muslime in Gujarat im Jahre 2002 vorwarf. Mittlerweile bemühen sich aber USA und EU um gute Beziehungen zu dem Hindu-Politiker.

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Widerwilliger Anführer

Die langjährige Vorsitzende der Kongresspartei, Sonia Gandhi, hat das Kommando ihrem Sohn Rahul übergeben. Er ist der Ur-Enkel von Indiens erstem Premier, Jawaharlal Nehru, der Enkel der ersten Regierungschefin, Indira Gandhi, und der Sohn des einst jüngsten Regierungschefs, Rajiv Gandhi. Rahul, der vor zehn Jahren die politische Bühne betrat, sagt man nach, kein höheres Amt anzustreben.

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Kämpfer gegen Korruption

Der Chef der neuen Aam Aadmi Partei (AAP), Arvind Kejriwal, hat sich dem Kampf gegen die Korruption verschrieben. Nach seinem beeindruckenden Wahldebüt im Dezember 2013 wurde er Regierungschef von Neu Delhi, trat aber bereits nach 49 Tagen zurück. Der frühere Verwaltungsangestellte und Sozialarbeiter fordert den Hindu-Nationalisten Narendra Modi im ostindischen Wahlbezirk Varanasi heraus.

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Die Königsmacher

Vier linksgerichtete Parteien und sieben Regionalparteien haben sich zur 'Dritten Front' zusammengeschlossen, um die mächtige Kongresspartei und Modis (Spitzname "NaMo") Hindu-Nationalistische BJP herauszufordern. Die Dritte Front bildet aktuell die drittstärkste Gruppierung in der Lok Sabha, dem indischen Unterhaus. Im Falle eines Wahlpatts könnten sie zu Königsmachern werden.

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Der Social-Network-Effekt

Nie spielten Soziale Medien eine größere Rolle als bei diesen Wahlen mit mehr als 100 Millionen Erstwählern. Vierzig Prozent von ihnen leben in Ballungsgebieten und nutzen regelmäßig Soziale Medien im Internet. Die Vielzahl junger Wähler, die politischen Kampagnen in den Sozialen Medien und der Anstieg urbaner Wahlbezirke machen diese Wahlen besonders spannend.

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Wählen per Computer

In den fünf Wochen der Stimmabgabe bestimmen die indischen Wähler die 545 Abgeordneten des indischen Unterhauses Lok Sabha. Seit 1998 sind elektronische Wahlgeräte - zunächst versuchsweise, mittlerweile dauerhaft - im Einsatz, um die Stimmen zu registrieren und die Auszählung zu beschleunigen. Die Resultate der kommenden Wahlen sollen am 16. Mai bekanntgegeben werden.

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Minderheiten zählen

Indiens Muslime machen etwa 13 Prozent der Einwohner in dem von Hindus dominierten Land aus. Muslimische Wähler spielen eine Schlüsselrolle bei der Besetzung von mehr als einem Fünftel der Parlamentssitze. Hindu-Nationalist Modi kämpft gegen sein Image als anti-muslimischer Politiker, während die Kongresspartei die Muslime mit ihrem traditionellen säkularen Parteiprogramm überzeugen will.

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Die 'NaMo'-Welle

Als Regierungschef hat Modi Gujarat zu einem wirtschaftlichen Vorzeigestaat gemacht, der Investoren aus aller Welt anzieht. Modi pocht auf seine wirtschaftspolitische Kompetenz und unterstreicht seinen unternehmerfreundlichen Politikstil. Dagegen will die Kongresspartei durch eine Reihe von Sozialmaßnahmen den Wohlstand gerechter verteilen. Kein Wunder, dass die Wirtschaft Modi unterstützt.

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Die Volksvertretung

Die Amtszeit der Abgeordneten im Indischen Parlament beträgt in der Regel fünf Jahre. Die beiden Kammern des Parlaments sind das Oberhaus, Rajya Sabha, und das Unterhaus, Lok Sabha. Die Partei oder Koalition, die über die Mehrheit im Unterhaus verfügt, bestimmt den nächsten Premierminister Indiens.

Es ist eine logistische Herkulesaufgabe, wenn die größte Demokratie der Welt noch bis zum 12. Mai an die Wahlurnen ruft. Mehr als 800 Millionen Inder wählen die Abgeordneten für das Bundesparlament in Neu Delhi.

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