Irakische Wahl endet ohne größere Zwischenfälle

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12.05.2018

Parlamentswahl im Irak beendet

Die erste Parlamentswahl im Irak nach dem militärischen Sieg gegen die IS-Terrormiliz ist ohne größere Probleme zu Ende gegangen. Die Wahlbeteiligung scheint allerdings niedrig gewesen zu sein.

Die Wahllokale (Artikelbild) schlossen um 18 Uhr Ortszeit (17 Uhr MESZ). Irakische Medien und Beobachter meldeten jedoch ein geringes Interesse. Vor vier Jahren hatte die Wahlbeteiligung bei rund 62 Prozent gelegen. Das gestiegene Desinteresse der Bevölkerung gab einigen Anlass zur Sorge.

"Die mangelnde Wahlbeteiligung wird anderen die Möglichkeit geben, das Parlament zu erreichen, und sie werden von den Zielen der Menschen weit entfernt sein", sagte Sheikh Abdul-Mahdi al-Karbalai als Vertreter des schiitischen Großajatollah Ali al-Sistani.

Rund 900.000 Sicherheitskräfte sollten für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Medien und Beobachter berichteten allerdings von Problemen bei der Abstimmung. Demnach öffneten Wahllokale zu spät. An mehreren Orten sei es zu Ausfällen des neu eingeführten elektronischen Wahlsystems gekommen.

Lange Regierungsbildung steht bevor

Mit ersten Ergebnissen der Wahl wird am Dienstag gerechnet. Die Verhandlungen um einen neuen Premierminister können allerdings Monate dauern. Es ist die vierte Wahl seit der Absetzung von Saddam Hussein 2003.

Ministerpräsident Haidar al-Abadi hatte im vergangenen Dezember den Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verkündet. Nach den Kämpfen gegen die Extremisten sind große Teile des Iraks zerstört. Hunderttausende sind noch immer vertrieben. Unter den Menschen ist Politikverdrossenheit weit verbreitet, unter anderem eine Folge der ausufernden Korruption im Land.

jmw/djo (dpa, ap)

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