Iran: Haftstrafe für Frau ohne Kopftuch

Vor zwei Jahren hat Wida Mowahed aus Protest ihr Kopftuch abgenommen und wurde verhaftet. Jetzt muss die 32-Jährige für ein Jahr ins Gefängnis. Trotz der drakonischen Strafe - die Zahl der Frauen ohne Kopftuch wächst.

Das Ganze passierte vor zwei Jahren in der Innenstadt von Teheran. Wegen unsittlichen Verhaltens und öffentlicher Aufruhr wurde Wida Mowahed nun von einem Gericht zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt, wie ihr Anwalt Pajam Derafschan mitteilte. Es könnte aber zu einer Amnestie durch Ajatollah Ali Chamenei, dem obersten Führer des Landes, kommen, so der Anwalt laut der Nachrichtenagentur IRNA.

Gesellschaft | 03.02.2018

Mowahed gilt als Pionierin der landesweiten Protestwelle persischer Frauen gegen den Kopftuchzwang im Land. Nach ihr nahmen zahlreiche Frauen in mehreren iranischen Städten kurzfristig ihr Kopftuch ab und posteten ihre Bilder und Videos in den sozialen Medien. Die Aktionen sorgten weltweit für Aufmerksamkeit - und im Iran für Verärgerung im Klerus. Mindestens 30 Frauen wurden in diesem Zusammenhang festgenommen.

Iranerinnen folgen dem Beispiel von Wida Mowahed und legen aus Protest Kopftuch ab (Archiv)

Im Iran müssen Mädchen ab neun Jahren in der Öffentlichkeit ein Kopftuch und einen langen, weiten Mantel tragen, um Haare und Körperkonturen zu verhüllen. Das Tragen eines Kopftuchs ist im Iran zwar seit 40 Jahren Pflicht, genauso lange aber ist die Mehrheit der Frauen dagegen. Nach den Anti-Kopftuch-Protesten sind besonders in Großstädten immer mehr Frauen ohne Kopftuch zu sehen - und es werden immer mehr. Die Polizei kann angeblich dagegen nichts unternehmen, weil sie sonst jeden Tag Hunderte von Frauen festnehmen müsste.

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Global 3000 | 14.01.2019

Gegen den Kopftuch-Zwang im Iran

nob/qu (dpa, afp)

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