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Politik

IS-Anhängerin in Frankfurt festgenommen

16. November 2019

Die Beschuldigte war 2014 nach Syrien gereist, um die Ehefrau eines IS-Kämpfers zu werden. Nach ihrer Abschiebung aus der Türkei ist Nasim A. am Frankfurter Flughafen in Gewahrsam genommen worden.

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Syrien al-Hol-Zentrum in der Provinz Hasakeh | Frauen & Kinder, IS-nah
IS-Frauen und Kinder im Camp Al-Hol (Archivbild)Bild: picture-alliance/AP Photo/B. Ahmad

Die deutsche Staatsangehörige Nasim A. sei der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland verdächtig, teilte die Generalbundesanwaltschaft mit. Zudem würden ihr ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie in einem Fall Kriegsverbrechen gegen das Eigentum vorgeworfen. Unter Kriegsverbrechen gegen Eigentum fallen unter anderem Plünderungen und Zerstörung fremden Eigentums innerhalb eines bewaffneten Konflikts, soweit sie nicht durch dessen Erfordernisse zu rechtfertigen sind.

Nach Angaben der Justiz war A. Ende 2014 nach Syrien gereist, um dort im Herrschaftsgebiet der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) zu leben. Spätestens Anfang 2015 heiratete sie demnach einen IS-Kämpfer, mit dem sie in den Irak zog. Dort hielten sich die Beschuldigte und ihr Ehemann von 2015 bis 2016 in der Stadt Tall Afar auf und bewohnten ein Haus des IS.

Die Frau soll den Haushalt verrichtet haben, während ihr Mann für den IS kämpfte. Dafür soll sie 100 US-Dollar im Monat und eine Kalaschnikow vom IS erhalten haben. Später siedelte das Paar nach Syrien um, wo A. wieder den Haushalt führte. Anfang 2019 war die Beschuldigte von kurdischen Sicherheitskräften gefangen genommen und ins Flüchtlingscamp Al-Hol gebracht worden.

Die Frau soll noch im Laufe des heutigen Tages dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt werden, der über den Erlass eines Haftbefehls zu entscheiden hat. Neben der Beschuldigten und einer weiteren Frau hatte die Türkei auch eine Salafistenfamilie aus Niedersachsen nach Deutschland abgeschoben.

jv/jj (dpa, afp)