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Kenianischer Sport-Funktionär festgenommen

26. August 2016

Der kenianische Sport versinkt immer tiefer im Chaos. Diesmal geht es nicht um Doping. Sondern um eine katastrophale Organisation, dubioses Verschwinden der Athleten-Ausrüstung und fragwürdiges Verhalten der Funktionäre.

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Kenia LOGO Nationales Olympisches Komitee
Bild: olympic.org/kenya

Einen Tag nach der Auflösung des Nationalen Olympischen Komitees Kenias (NOCK) hat die kenianische Polizei den Generalsekretär des Gremiums festgenommen. Bei einer Durchsuchung im Haus von Funktionär Francis K. Paul sei Ausrüstung gefunden worden, die eigentlich für die Athleten gedacht sei, erklärte die Polizei. Die Ermittler hatten sein Haus wegen der Skandale rund um Kenias Olympia-Beteiligung in Rio de Janeiro durchsucht.

Einer weiteren Quelle zufolge seien Polizisten an den Flughafen von Nairobi geschickt worden, wo weitere NOCK-Offizielle aus Rio zurückerwartet wurden. Die kenianische Regierung hatte am 18. August eine Untersuchung der Vorfälle in Brasilien eingeleitet, wo das von massiven Dopinggerüchten belastete Läuferland trotz 13 gewonnenen Medaillen (6/6/1) keine gute Figur abgegeben hatte.

Kein Flugticket gebucht

So hatte sich Leichtathletik-Trainer John Anzrah bei einer Doping-Kontrolle angeblich für den 800-m-Läufer Ferguson Rotich ausgegeben. Einen Tag später hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) hingegen erklärt, der Trainer habe sich im Kontrollbereich mit einer falschen Akkreditierung aufgehalten und sei von einem Doping-Kontrolleur aufgefordert worden, eine Probe abzugeben. Noch bevor Anzrah dies tat, sei die Verwechslung aufgefallen.

Sportminister Hassan Wario Arero erklärte, dass es unter anderem Probleme bei der Unterkunft und der Reiseplanung der Athleten gab. So hatte beispielsweise das NOCK Kenias Speerwurf-Weltmeister Julius Yego offenbar kein Flugticket nach Rio de Janeiro gebucht. Zudem erreichten teilweise Ausrüstungsgegenstände die Sportler nie, wie der Minister erklärte.

Geld für Warnung vor Doping-Kontrollen?

Außerdem hatte die Ethikkommission des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF in Rio den kenianischen Olympiafunktionär Michael Rotich vorläufig suspendiert. Rotich soll den Zeitpunkt von Kontrollen an betroffene Sportlern verraten haben. Am Donnerstag verkündete Kenias Sportminister Hassan Wario daraufhin die Auflösung des NOCK. Direkt im Anschluss erklärte dessen Generalsekretär Francis, der Sportminister habe dafür keine Befugnis.

sw/cr (dpa, sid)