Kolumbien: Außenminister Maas verspricht weitere Unterstützung für Friedensprozess

Der deutsche Außenminister Maas sagt Kolumbien finanzielle Hilfen zu. Das Land leidet noch immer unter Konflikten mit Rebellen. Aber die Situation im Nachbarland Venezuela überschattet Maas' Besuch in Bogotá.

Zwei Millionen Euro: Das sagte Bundesaußenminister Heiko Maas an finanzieller Unterstützung für den Friedensprozess in Kolumbien zu. Weitere fünf Millionen will Deutschland nach Angaben des Ministers in die Entwicklungshilfe investieren. Maas traf in Bogotá Staatspräsident Ivan Duque und den kolumbianischen Außenminister Carlos Holmes Trujillo.

Der Minister plant, ein Reintegrationslager für frühere Kämpfer der linksgerichteten FARC-Rebellen zu besuchen und mit deren Angehörigen zu sprechen. Auf dem Programm des Ministers steht außerdem ein Besuch im Friedensinstitut Capaz, das den Friedensprozess wissenschaftlich und beratend begleitet. Es wird von Deutschland gefördert.

In dem südamerikanischen Land gab es über Jahrzehnte gewaltsame Konflikte, die bis heute nicht völlig beendet sind. Die Regierung und die inzwischen aufgelöste FARC-Guerilla schlossen 2016 ein Friedensabkommen, Splittergruppen kämpfen allerdings bis heute weiter.

Krise im Nachbarland

Auch die Krise im benachbarten Venezuela belastet Kolumbien schwer: Nach Angaben des Auswärtigen Amtes sind bisher mehr als eine Million Venezolaner wegen schlechter Versorgung und aus Angst vor Repressionen über die Grenze geflohen, mehr als 200.000 von ihnen leben in Bogotá.

Außenminister Maas (r.) trifft den Vertreter der venezolanischen Opposition Julio Borges

Maas traf im Zuge dessen in Bogotá auch eine Gruppe von venezuelanischen Oppositionellen, darunter den "Schatten-Außenminister" Julio Borges, der in der kolumbianischen Hauptstadt lebt. Angesichts der immer dramatischer werdenden Krise in Venezuela versicherte Maas, deutsche Hilfsmittel für die Flüchtlinge im Nachbarland Kolumbien aufzustocken. Maas sagte konkret vier Millionen Euro für humanitäre Hilfe zu - zusätzlich zu den schon bereitgestellten zehn Millionen.

Gleichzeitig sicherte er der Opposition in Venzuela um den selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaido die anhaltende Unterstützung Deutschlands im Machtkampf mit Präsident Nicólas Maduro zu.

Vor seinem Besuch in Kolumbien war Maas bereits in Brasilien. Danach reist er weiter nach Mexiko. Die Reisen sind Bestandteil einer neuen Lateinamerika-Initiative des Ministers. Dazu gehört auch ein Außenministertreffen in Berlin am 28. Mai.

lh/kle (afp, dpa)

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