Lawine erfasst Schweizer Hotel

In den Alpen bleibt die Lage wegen des Winterwetters angespannt. Immer häufiger kommt es auch in Deutschland zu tragischen Vorfällen. In der Nähe von München wurde ein Kind durch einen umstürzenden Baum getötet. 

Eine etwa 300 Meter breite Lawine ist in ein Hotelrestaurant in der Schweiz gekracht und hat drei Menschen leicht verletzt. Wie die Polizei mitteilte, suchten Einsatzkräfte auf der Schwägalp im Kanton Appenzell Ausserrhoden auf rund 1300 Metern Höhe zunächst nach möglichen Vermissten. Dabei kamen neben technischem Gerät auch Lawinenhunde zum Einsatz. Am Abend musste die Suche aber aufgrund starker Schneefälle vorerst abgebrochen werden. 

Natur und Umwelt | 15.01.2019

Ein Polizeisprecher sagte der Schweizer Zeitung "Blick", dass keine Hotelgäste vermisst würden, aber möglicherweise Passanten verschüttet wurden. Später teilte die Polizei mit, dass sie bislang keine Kenntnis über vermisste Personen habe. Die drei Verletzten wurden der Polizei zufolge medizinisch und psychologisch betreut und ins Krankenhaus gebracht. Die Lawine löste sich am Hang gegenüber des Hotels. Mehr als ein Dutzend Autos und Teile des Hotel-Restaurants wurden von den weißen Massen verschüttet. 

Ein Mann im bayerischen Jachenau befreit sein Hausdach vom Schnee

Der Winter hat derzeit auch Teile Süddeutschlands fest im Griff. Wegen der Schneefälle gilt nun in drei oberbayerischen Landkreisen der Katastrophenfall. Am meisten Sorgen bereiten den Behörden die Schneelasten auf den Dächern. In der Region fallen durch das Wetter auch viele Züge aus. Rund um Berchtesgaden sind immer mehr Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Die Orte Vorderbrand und Ettenberg seien nun nicht mehr erreichbar, teilte das Landratsamt mit. Die Zufahrtsstraßen seien gesperrt, weil Bäume unter der Schneelast umzukippen drohten. Eine Notversorgung der Bewohner sei eingerichtet. Zuvor waren schon die Straßen zur Siedlung Buchenhöhe in Berchtesgaden und zur Gemeinde Jachenau zugeschneit worden.

Das Dorf Jachenau in Oberbayern

Ein neunjähriger Junge wurde in der Nähe von München von einem umstürzenden Baum erschlagen. Der Baum war am Donnerstag in Aying unter der hohen Schneelast zusammengebrochen, wie die Polizei berichtete. Erst nach 40 Minuten entdeckten Zeugen den darunter begrabenen Jungen und alarmierten Rettungskräfte. Diese versuchten rund eine Stunde lang vergeblich, das Kind wiederzubeleben. Nach Angaben der Polizei stand der etwa zehn Meter hohe Baum auf einem privaten Grundstück und stürzte auf einen Zufahrtsweg. 

Natur und Umwelt | 11.01.2019

Vielerorts kam, wie hier nahe München, es zu Staus

Auf der A9 in Thüringen kam es in der Nacht zum Donnerstag zu einem zeitweise rund 50 Kilometer langen Stau. Die Fahrer Dutzender Lastwagen mussten die Nacht in ihren Fahrzeugen auf der Autobahn verbringen. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks und des Deutschen Roten Kreuzes verteilten warme Decken und heiße Getränke. Der Stau löste sich am Donnerstag auch deshalb nur zögerlich auf, weil viele Fahrer erst hätten geweckt werden müssen. 

Ein Friedhof im österreichischen Untertauern

Auch auf der A8 saßen in der Nacht zum Donnerstag Hunderte Lastwagen- und Autofahrer wegen Schneefalls und Glätte fest. Der Verkehr sei dadurch zwischen Ulm und Nellingen in Baden-Württemberg auf einer Länge von etwa 35 Kilometern zum Erliegen gekommen. In dem stockenden Verkehr starb bei Dornstadt eine 54 Jahre alte Autofahrerin. Sie stand Polizeiangaben zufolge in dem Stau und saß allein in ihrem Fahrzeug. Die Todesursache werde geklärt, sagte ein Polizeisprecher. 

In der sächsischen Stadt Chemnitz finden bis zum 14. Januar aus Sicherheitsgründen keine Beerdigungen auf dem Städtischen Friedhof statt. Alle bis Montag geplanten Beisetzungen wurden abgesagt. Wegen der hohen Schneebruchgefahr bleibe der Friedhof vorerst geschlossen.

Warnschild in Obertauern in Österreich

In Österreich starben seit dem Wochenende mindestens sieben Menschen im Schnee - darunter zwei Deutsche, die am Sonntag in Vorarlberg von Lawinen verschüttet wurden. Am Mittwoch wurde ein 16 Jahre alter Deutsch-Australier vor den Augen seiner Familie beim Skifahren von einer Lawine in den Tod gerissen. Außerdem starben zwei Skifahrer, die bei Stürzen im meterhohen Schnee versanken, sowie zwei junge Schneeschuhwanderer, die am Montag tot unter einem Lawinenkegel gefunden wurden. Die andauernden Schneefälle in weiten Teilen Österreichs haben der Tourismusbranche einen Dämpfer versetzt: Bei der österreichischen Wirtschaftskammer ist bereits von einem Minus von 50 Prozent bei kurzfristigen Buchungsanfragen die Rede. 

stu/se (dpa, afp)
 

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