Lederhosen-Check: Kuriose Fakten zum Oktoberfest

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Der Berg ruft

Irrtum eins: Lederhosen kommen aus Bayern. Sie gehören zwar auf dem Oktoberfest in München zum Dresscode der Besucher, aber eigentlich gibt es Lederhosen nicht nur in Bayern, sondern auch in anderen Alpenländern wie der Schweiz, Österreich und Süd-Tirol.

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Unterschiede und Feinheiten

Irrtum zwei: Lederhose ist nicht gleich Lederhose. Jede Region hat ihre eigene. Ein Beispiel: Der Latz (im Bild in der Mitte), gehalten von Hirschhorn-Knöpfen, gilt als typisch bayerisch. Stickereien dagegen finden sich in der Nähe von Salzburg in Österreich. Jungs tragen sie immer mit Hosenträgern. Nice to Have: die Tasche an der rechten Seite, um dort ein Messer unterzubringen.

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Perfekte Arbeiterhose

Irrtum drei: Lederhosen sind unbequem. Sie sind für die harte Arbeit gemacht. Das Material - gegerbtes Schafleder, Ziegenhaut für die Ärmeren oder Hirschhaut für die wohlhabenderen Männer - machten die Hosen leicht, weich und haltbar. Sie schützten bei rauem Wetter, hielten trocken, kühl bei Hitze und warm in der Kälte.

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Ein Mann, ein paar Biere und ein Plan

Irrtum vier: Lederhosen waren immer populär. Im 19. Jahrhundert wurden Lederhosen plötzlich unbeliebt. Lange Hosen kamen in Mode. Die Lederbuxen galten auf einmal als unkultiviert und waren vom Aussterben bedroht. Aber im August 1883 hatte ein bayerischer Lehrer, Josef Vogl, eine Idee. Gemeinsam mit seinen Zechbrüdern gründete er einen Verein zur Erhaltung der Lederhosen.

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Kleidungsstück für Monarchen

Irrtum fünf: Könige tragen keine Lederhosen. Vogls Initiative fand schnell Anhänger. Am Ende des 19. Jahrhunderts erlebte die Lederhose einen sozialen Aufstieg: von der Bauerntracht zum Freizeitlook von Bürgern und Königen. Der bayerische König Ludwig II. unterstützte Vogl und machte die Hose über Bayern hinaus bekannt. Franz Josef von Österreich trug sie beim Jagen mit Kronprinz Rudolf (Bild).

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Lederhosen im Nationalsozialismus

Irrtum sechs: Lederhosen sind unpolitisch. Die Nazis nutzten sie aus und verwandelten sie in ein Symbol des Nationalsozialismus. Sie idealisierten sie und überhöhten sie zum Fetisch der heilen Bergwelt. Ab 1938 verboten die Nazis allen Juden genauso wie allen anderen Menschen, die nicht "arisch" waren, Lederhosen zu tragen.

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Lederhosen und die Kirche

Irrtum sieben: Lederhosen sind was für Kirchgänger. Die Katholische Kirche war nicht erfreut über die Renaissance der Lederhosen. Sie halten die kniefreien Hosenbeine für respektlos. Deshalb sind sie im Gottesdienst tabu. 1913 erklärte sie der Erzbischof von München für unmoralisch. In Berlin darf trotzdem in Lederhosen geheiratet werden - diesen beiden Herren scheint es zu gefallen.

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Lederhosen und die Globalisierung

Irrtum acht: Mit Lederhosen kann man keine Geschäfte machen. Die Produktion boomt weltweit. Viele Lederhosen-Fabriken stehen in Indien, Ungarn, Sri Lanka. Das Leder kommt aus Pakistan oder Neuseeland. Vor allem für die Hosenproduktion für das Oktoberfest kommen die Ziegen, Schweine und Kühe von dort. Lederhosen gibt es nicht nur für Männer und Frauen... sondern auch für Hunde.

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Lederhosen für alle

Irrtum neun: Lederhosen sind teuer. Wer sich eine Lederhose kaufen will, kann aus einer Vielzahl von Modellen auswählen. Die billige gibt es aus Kuhleder, sie kostet unter 100 Euro. Die teuren Modelle aus Hirschleder klettern auf über 1000 Euro. Ein Tipp: Beachten Sie, dass sich die Hose durch Körperwärme ausdehnt. Nichts sieht unmöglicher aus als eine ausgeleierte Lederhose.

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Gretchenfrage: mit oder ohne?

Irrtum zehn: Alle Fragen zur Lederhose sind beantwortet. Auf dem Oktoberfest (16.09.-03.10.2017) hat sie Hochsaison - in allen Variationen: kurz, lang, lila, braun. Fans aus aller Welt tragen sie stolz in den Bierzelten. Die Lederhose hat eine lange und wechselvolle Geschichte - doch über eine Frage zerbricht man sich immer noch den Kopf: Trägt man sie denn nun mit oder ohne Unterhose?

Von spießiger Tracht zum globalen Modephänomen: Es gibt viel zu wissen über die traditionelle Oktoberfest-Buxe. Die DW deckt ihre aufregende Vergangenheit auf und zeigt, wo die zünftigen Trends 2017 hingehen.