Merkel: "Es war mir eine große Ehre"

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07.12.2018

Ende der Ära Merkel

"Es war mir eine große Ehre, es war mir eine Freude": In einer emotionalen Rede hat die scheidende Vorsitzende Angela Merkel auf dem Parteitag in Hamburg Bilanz gezogen - und wurde von den Delegierten gefeiert.

Seit dem Jahr 2000 war Angela Merkel die Vorsitzende der Christlich Demokratischen Union Deutschlands - an diesem Freitag ging die 18-jährige Ära zu Ende. Beim CDU-Parteitag in Hamburg wurde die Generalsekretärin der Partei, Annegret Kramp-Karrenbauer, zu ihrer Nachfolgerin gewählt. Ebenfalls beworben hatten sich der frühere Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Friedrich Merz, sowie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Politik | 07.12.2018

"Demokratie pur"

Erstmals seit 1971 gab es in der CDU damit überhaupt wieder eine Wahl zwischen mehreren Kandidaten, was Merkel ausdrücklich begrüßte: "Das ist Demokratie pur, wenn Auswahl besteht", betonte sie. Merkel will zwar den CDU-Vorsitz abgeben, aber bis zum Ende der Legislaturperiode Bundeskanzlerin bleiben.

Zur Eröffnung des Parteitags rief Merkel ihre Partei zur Geschlossenheit auf. "Ich wünsche mir, dass wir aus diesem Parteitag gut gerüstet, motiviert und geschlossen herausgehen. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt." Zuvor war sie mit langanhaltendem Beifall begrüßt worden.

"Wohin uns nicht enden wollender Streit führt, dass haben CDU und CSU in den letzten Jahren bitter erfahren", führte Merkel in ihrer letzten Rede als Parteichefin weiter aus. Wohin dagegen Einigkeit die Christdemokraten führe, sei auch klar: In den 70 Jahren der Bundesrepublik hätten CDU und CSU in 50 den Bundeskanzler gestellt.

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Merkel: "Es war mir eine Ehre"

In der CDU gibt es die Sorge, dass sich nach der Kampfabstimmung um die Merkel-Nachfolge die Gräben zwischen verschiedenen Parteiflügeln vertiefen könnten. Vor diesem Hintergrund verwies Merkel auf das von ihr bestimmte Motto des Parteitages: "Zusammenführen. Und zusammen führen."

"Ein neues Kapitel"

Merkel deutete an, dass sie der CDU mit ihrem eher zurückhaltenden Führungsstil manches zugemutet habe. Wo die Partei einen scharfen und deftigen Angriff gegen den politischen Gegner erwartet habe, habe sie lieber mit dem Florett gekämpft, habe sie auch geschwiegen und sei nicht über jedes Stöckchen gesprungen. Nun sei es an der Zeit, "ein neues Kapitel aufzuschlagen", sagte Merkel am Ende ihrer Rede. Ihr alles überragendes Gefühl sei das der Dankbarkeit für ihre Ämter. Sie habe sich immer vorgenommen, diese mit Würde zu tragen und sie auch eines Tages mit Würde zu verlassen. "Es war mir eine große Freude, es war mir eine Ehre." 

Die Bundeskanzlerin wurde von den Delegierten anschließend mit minutenlangem Beifall gefeiert. Auf Schildern, die Parteimitglieder in die Höhe hielten, stand: "Danke, Chefin!"

ml/wa/kle (afp, dpa, rtr)

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