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Vorfreude auf nächsten Mon(d)tag!

20. Januar 2019

Die Woche beginnt mit einer totalen Mondfinsternis. Das sind doch mal gute Nachrichten für einen Montag, oder? Wir erklären, wo das seltene Phänomen wann zu sehen ist und wieso der Erdtrabant zum Blutmond wird.

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Menschen beobachten die Mondfinsternis
Bild: picture-alliance/dpa/M. Balk

Die "Mondfinsternis" war 2018 im deutschsprachigen Raum der Top-Begriff unter den Google-Suchen. Auch bei den "Wo-Fragen" stand der Erdtrabant mit der Frage "Wo ist der Mond?" laut Google-Trends im vergangen Jahr an der Spitze. Grund für dieses enorme Interesse war wohl der "Super-Blutmond", den Tausende an einem lauen Juli-Abend am südöstlichen Himmel bestaunen konnten.

Ein halbes Jahr später, am 21. Januar - in anderen Teilen der Welt am Abend zuvor-, können wir uns schon wieder über solch ein Himmelsspektakel freuen. Die beste Sicht gibt es in Europa, in Nord- und Südamerika und in Westafrika. Zentral- und Ostafrika sowie Asien werden nur eine partielle Mondfinsternis erleben.

Wecker stellen! Mond beobachten!

Die totale Mondfinsternis ist nur etwas für europäische Frühaufsteher. In Deutschland ist sie gegen halb fünf morgens zu sehen. Bereits um 04:34 Uhr tritt der Mond in den Kernschatten der Erde, die Totalität dauert ungefähr eine Stunde von 05:41 Uhr bis 06:43 Uhr, die maximale Verfinsterung ist um 06:12 Uhr. Kurz vor Sonnenaufgang verlässt der Mond um 07:51 Uhr den Kernschatten wieder. Wenn das Wetter mitspielt, ist das Himmelsphänomen diesmal im Westen zu sehen, der Erdtrabant wird bei der totalen Mondfinsternis gerade mal 16 Grad über dem Horizont stehen.Lesen sie mehr über Mond- und Sonnenfinsternisse: Diese Weltraumspektakel erwarten uns 2019 

Aus dem vergangenen Juli wissen wir aber noch, dass sich das frühe Aufstehen lohnt: Das Sonnenlicht wird in der Erdatmosphäre gebrochen und die kurzwelligen blaue Lichtanteile werden so gestreut, dass sie den Mond nicht erreichen. Nur die langwelligen roten Strahlungen können die Atmosphäre durchdringen und den Mond so indirekt mit rotem Licht beleuchten. Von der Erde aus betrachtet leuchtet der Mond dann nicht wie sonst silbern, sondern kupferrot. Deshalb wird er auch als "Blutmond" bezeichnet. Die Farbintensität hängt dabei vor allem davon ab, wie viel Feuchtigkeit, Staub oder andere feine Partikel sich in der Erdatmosphäre befinden. 

Der Mond erscheint außerdem größer als sonst. Diese optische Täuschung entsteht, weil der Mond der Erde mit "nur" 357.340 Kilometern in dieser Nacht besonders nahe ist und weil der Mond knapp über dem Horizont – ähnlich wie beim Sonnenauf- oder -untergang – generell größer wirkt.

Der Vollmond steht über einem Berg
Nur eine optische Täuschung: In Horizontnähe erscheint der Mond besonders großBild: picture-alliance/AA/A. Coskun

Wie oft ist eine Mondfinsternis zu sehen?

Etwa zweieinhalb Mal pro Jahr streift der Mond den Kernschatten der Erde und damit ereignet sich eine Mondfinsternis. Aber nicht immer kommt es dabei zu einer totalen Mondfinsternis. Denn bei einer totalen Mondfinsternis durchquert der Mond bei Vollmond den Erdschatten und befindet sich dabei vollständig im Kernschatten.

In Deutschland lässt sich am 16. Juli eine partielle Mondfinsternis in der ersten Nachthälfte beobachten. Die totale Sonnenfinsternis am 2. Juli ist allerdings nur in Südamerika zu sehen, und eine ringförmige Sonnenfinsternis am 26. Dezember ist nur in Asien zu beobachten.

Die nächste totale Mondfinsternis über Deutschland wird es im Mai 2022 geben. Allerdings geht der Mond während der Totalität unter und ist deshalb nicht zu sehen. Erst am 31. Dezember 2028 wird es hierzulande wieder eine komplette Mondfinsternis geben.

DW Mitarbeiterportrait | Alexander Freund
Alexander Freund Wissenschaftsredakteur mit Fokus auf Archäologie, Geschichte und Gesundheit@AlexxxFreund