1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Mutter Teresa wird heiliggesprochen

18. Dezember 2015

Papst Franziskus unterzeichnete ein Dekret, mit dem der Vatikan ein Mutter Teresa zugeschriebenes Wunder anerkennt. Damit ist der Weg frei für eine Heiligsprechung der Ordensfrau.

https://p.dw.com/p/1HPZ6
Mutter Teresa "Missionarinnen der Nächstenliebe"
Bild: Getty Images/AFP/M. Munir

Medienberichten zufolge ist die Heiligsprechung von Mutter Teresa für den 4. September kommenden Jahres in Rom geplant. Das Datum müsse noch von einem Konsistorium bestätigt werden, hieß es.

Laut der Zeitschrift der italienischen Bischöfe, "Avvenire", war vor wenigen Tagen bei einer Expertensitzung eine der Ordensfrau zugeschriebene Wunderheilung eines Brasilianers bestätigt worden. Als erstes Wunder gilt, dass eine Inderin von einem Tumor im Bauch geheilt wurde, nachdem sie ein von Mutter Teresa gesegnetes Amulett aufgelegt hatte.

Seligsprechung sechs Jahre nach ihrem Tod

Mutter Teresa wurde 1910 im heutigen Skopje geboren. Seit 1950 kämpfte sie gegen das Leid der Ärmsten der Armen im indischen Kalkutta, wo sie den Orden der Missionarinnen der Nächstenliebe gründete, der sich vor allem für Straßenkinder, Obdachlose, Arme und Kranke engagiert. Ihre Hilfe für die Armen machte Mutter Teresa seit den 1970er Jahren weltbekannt.

Die Friedensnobelpreisträgerin des Jahres 1979 verteidigte Zeit ihres Lebens die traditionellen Werte der katholischen Kirche. Scheidung, Empfängnisverhütung und Abtreibung lehnte sie strikt ab. Die 1997 im Alter von 87 Jahren gestorbene Nonne war 2003 von Papst Johannes Paul II. bei einer Zeremonie in Rom vor 300.000 Gläubigen seliggesprochen worden. Ihre Heiligsprechung im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit dürfte erneut zahlreiche Gläubige nach Rom locken.

"Sie sagte immer, was sie sagen wollte"

Papst Franziskus lernte Mutter Teresa 1994 während einer Bischofssynode im Vatikan persönlich kennen. Damals saß sie direkt hinter dem heutigen Papst. Er habe ihre Kraft und die Entschiedenheit ihrer Wortmeldungen bewundert, sagte Franziskus später. Sie habe sich nicht von den Bischöfen einschüchtern lassen. Mutter Teresa sei eine Frau gewesen, "die immer das sagte, was sie sagen wollte".

cr/qu (afp, kna)