Nach Zyklon "Idai": Mosambik bereit sich auf neuen Wirbelsturm vor

Ein schwerer Wirbelsturm zieht auf Mosambik zu. Die Menschen vor Ort und Hilfsorganisationen befürchten Schlimmes. Erst vor sechs Wochen traf Zyklon "Idai" das Land. Zu wenig Zeit, um sich von den Schäden zu erholen.

Gut einen Monat nach dem tödlichen Zyklon "Idai" bereitet sich Mosambik auf einen neuen schweren Wirbelsturm vor. Es wird erwartet, dass Zyklon "Kenneth" am späten Donnerstagnachmittag den an Tansania grenzenden Norden von Mosambik erreicht.  Alle Flüge nach Pemba im Norden des südostafrikanischen Landes wurden abgesagt, wie die Flughafenverwaltung mitteilte.

Heftige Regenfälle im Gefolge des Zyklons könnten in den nördlichen Provinzen Cabo Delgado und Nampula Überschwemmungen und Erdrutsche verursachen, warnten die Vereinten Nationen. Der Zyklon könne eine Region treffen, die schwere Wirbelstürme bisher nicht gewohnt sind. 

Zylkon "Idai" richtete erst vor sechs Wochen massive Schäden in Mosambik an

Gebeuteltes Land

Mosambik ist eines der ärmsten Länder der Welt und kämpft noch mit den Folgen des Zyklons "Idai", der erst vor sechs Wochen Verwüstungen im Land hinterließ. Ernten wurden zerstört, viele tausend Menschen sind von Hunger bedroht. Ein weiterer Wirbelsturm könnte die Lage noch verschärfen.

Die Hilfsorganisation Care warnte in Berlin, sollte "Kenneth" so schwer wüten, wie von den Meteorologen vorhergesagt, wäre dies "eine doppelte Katastrophe. Die für Zyklon 'Idai' bereitgestellten Hilfsgelder reichen jetzt schon kaum aus", erklärte Ninja Taprogge. "Für die Folgen eines zweiten Sturms sind schlichtweg nicht genügend Ressourcen verfügbar."

Bei Zyklon "Idai" wurden Felder zerstört - das wird auch bei "Kenneth" befürchtet.

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) erklärte, sie sei "besonders besorgt" wegen möglicher Schäden durch "Kenneth" in Mosambik, "wo die Bevölkerung sich gerade von den Schäden durch den Zyklon 'Idai' erholt". Ein erneuter Sturm sei "ein weiterer Schlag für das mosambikanische Volk" , erklärte auch das Welternährungsprogramm (WFP), das "Idai"-Opfer mit Lebensmitteln versorgt.

"Idai" hatte Mitte März in Mosambik sowie in Simbabwe und Malawi gewütet. Etwa tausend Menschen starben, davon mehr als 600 in Mosambik. Außerdem richtete der Sturm Sachschäden in Höhe von mehr als 1,79 Milliarden Euro an.

lh/ww (afp, ap)

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