Neue Gewalt und Tote bei Unruhen in Haiti

Seit drei Tagen sterben bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei in Haiti Menschen. In dem bitterarmen Karibikstaat protestieren Bürger gegen politische Vetternwirtschaft und Korruption.

Die Nachrichtenagentur AP berichtet von insgesamt acht Todesopfern seit Sonntag, dem Tag an dem die Proteste begannen. Unter den Toten ist ein Polizist, der angeschossen und von einer Gang verbrannt wurde, wie AP weiter meldet. Die Opposition spricht gar von elf Toten und 45 Verletzten.

Die Menschen in Haiti protestieren gegen Korruption und Vetternwirtschaft. Schulen, Geschäfte und Regierungsgebäude im Land sind weiter geschlossen. Das bitterarme Staat erhält über das Programm Petrocaribe verbilligtes Öl aus Venezuela - Funktionäre sollen sich an diesem Programm bereichert haben. Die Demonstranten fordern den Rücktritt von Präsident Jovenel Moïse. Sie werfen ihm vor, den Veruntreuungsvorwürfen gegen die Vorgängerregierung nicht nachgegangen zu sein.

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Die Bevölkerung leidet unter Massenarbeitslosigkeit und seit drei Jahren unter einer Inflationsrate von mehr als 13 Prozent - mehr als die Hälfte der zehn Millionen Einwohner überlebt mit einem täglichen Einkommen von zwei Dollar. Das Land hat sich noch nicht von dem verheerenden Erdbeben erholt, bei dem 2010 etwa 200.000 Menschen ums Leben gekommen waren. In der Folge starben tausende weitere durch eine Cholera-Epidemie. Der Hurrikan "Matthew" im Jahr 2016 richtete weitere schwere Schäden an.

nob/se (ap, dpa, efe, rtr)

Mehr zum Thema

Aktuell Asien | 14.05.2019

Mob tötet Muslim in Sri Lanka

Aktuell Amerika | 14.02.2019

Gewaltsame Proteste in Haiti halten an

Themenseiten