Neuer Protest auf Belgrads Straßen

In der serbischen Hauptstadt haben erneut Zehntausende gegen die Regierung von Präsident Vucic demonstriert. Sie kritisieren ein Klima der Gewalt im Land, für das sie die Regierung verantwortlich machen.

Die Plakate der rund 25.000 Demonstranten trugen Aufschriften wie "Genug der Lügen", "Ich werde nicht schweigen" oder "Stoppt die blutigen Hemden!". Zu der Kundgebung hatte ein Bündnis von Oppositionsparteien aufgerufen, das von links bis ultra-rechts reicht. Bei den Teilnehmern jedoch suchte man Symbole politischer Parteien vergeblich. Stattdessen trugen viele von ihnen Trillerpfeifen, wie bei den Massenprotesten in den 1990er-Jahren gegen den früheren serbischen Machthaber Slobodan Milosevic.

Politik | 29.12.2018

Bei den Protesten, die bereits seit vier Wochen regelmäßig samstags stattfinden, steht jedoch Präsident Aleksander Vucic im Mittelpunkt der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, autoritär zu regieren und die Opposition, die Medien und die Zivilgesellschaft mundtot zu machen. Das Fass zum Überlaufen brachte offenbar der brutale Angriff auf den Vorsitzenden der Serbischen Linken, Borko Stefanovic, Ende November.

Die Täter wurden gefasst, Vucic verurteilte den Anschlag, wird von seinen Kritikern jedoch dafür verantwortlich gemacht. Sie werfen ihm vor, mit seiner aggressiven Rhetorik gegen die Opposition zu einem Klima der Gewalttätigkeit im Land beizutragen. Vucu selbst hatte in den vergangenen Tagen erklärt, er sei "bereit, den demonstrierenden Bürgern zuzuhören, jedoch nicht den Lügnern der Opposition".

djo/AR (afp, dpa)

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