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Politik

Niger: Mehr ausländisches Militär im Land

23. April 2022

Das Parlament von Niger will verstärkt ausländische Militäreinsätze im Kampf gegen Dschihadisten zulassen. Truppen, die aus dem benachbarten Mali abgezogen werden, könnten so im Sahel bleiben.

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Ein Sicherheitsmann steht bewaffnet auf einem kleinen Hügel.
Im Niger ist die Sorge vor Dschihadisten groß (Symbolbild)Bild: Kay Nietfeld/dpa/picture alliance

Nach einer mehrstündigen Debatte stimmten 131 Abgeordnete für und 31 gegen einen entsprechenden Gesetzentwurf der Regierung. Westliche Staaten wie Frankreich und die USA wollen die Regierung in Niamey militärisch stärker unterstützen. Sie hatten im Februar den Abzug ihrer Truppen aus dem Nachbarland Mali angekündigt.

Hintergrund sind Konflikte mit der Militärjunta, die seit einem Putsch vor rund einem Jahr in Mali an der Macht ist. Dabei geht es um den Einsatz russischer Söldner und Gewalt gegen Zivilisten bei sogenannten Anti-Terror-Operationen. Es gibt Befürchtungen, dass der Rückzug den langwierigen Kampf gegen islamistische Gruppen untergraben könnte.

Französische Soldaten im Sand neben Waffen
Französische Soldaten in Mali 2019 - Frankreich will seine Truppen aus Mali abziehenBild: Philippe De Poulpiquet/MAXPPP/dpa/picture alliance

Doch auch gegen die verstärkte Präsenz ausländischer Truppen im Niger gibt es Widerstand einzelner Gruppen, die auf die nationale Souveränität des Sahel-Staates verweisen.

Regierungschef Ouhoumoudou Mahamadou sagte dazu: "Das Eingehen neuer Partnerschaften stellt in keiner Weise unsere Souveränität über das nationale Territorium in Frage". Der verabschiedete Text zeige "unmissverständlich die Bereitschaft unseres Landes, Bündnisse gegen Dschihadisten zu schließen". Niger sei "praktisch von bewaffneten Terror-Gruppen umzingelt".

Porträt Ouhoumoudou Mahamadou
Premierminister Mahamadou: Der Niger "ist praktisch von bewaffneten Terrorgruppen umzingelt" (Archivbild)Bild: PNDS Tarayya Partei

Die USA, Frankreich und auch Deutschland unterhalten bereits Militärstützpunkte in der Hauptstadt Niamey und in der Region Agadez im Norden. Insbesondere mit Paris soll die militärische Zusammenarbeit laut Mahamadou ausgebaut werden. Wie viele ausländische Truppen in Niger stationiert werden, blieb unklar.

Auch in Deutschland gibt es die Überlegung, einen Teil der momentan rund 300 im Rahmen einer EU-Mission in Mali stationierten Bundeswehrsoldaten nach Niger zu verlegen. Rund 200 deutsche Soldaten sind bereits in dem Land stationiert.

ust/jj (epd, afp, rtr)